Rennen - Sonntag:
Ferrari-Duo Farnbacher/Kentenich
siegt im Wetterroulette
Der Titelkampf
des ADAC GT Masters bleibt bis zum Finale in Hockenheim
spannend. Alle Titelkontrahenten punkteten beim drittletzten
Rennen der Saison 2011 im niederländischen Assen vor
11.600 Zuschauern (am Wochenende), doch den Sieg machten
andere Piloten unter sich aus. Bei einem spannenden Regenrennen
feierten Dominik Farnbacher (26, Ansbach) und Niclas Kentenich
(23, Neuss) im Ferrari 458 Italia von Farnbacher ESET Racing
ihren ersten Sieg in der „Liga der Supersportwagen“.
In einem von
Wetterkapriolen geprägten Rennen schlug das Ferrari-Duo
den HEICO MOTORSPORT Mercedes-Benz SLS AMG von Dominik Baumann
(18, A)/Hari Proczyk (35, A) und deren PRIMAJOB TEAM HEICO-Stallgefährten
Lance David Arnold (25, Duisburg)/Andreas Zuber (27, UAE).
Keyfacts, TT Circuit Assen (NL)
Streckenlänge: 4.555 Meter
Wetter: stark bewölkt, zeitweise Regen, 14 Grad
Pole Position: Christopher Mies (ABT Sportsline-Audi R8),
1.38,552 Min.
Sieger: Niclas Kentenich/Domink Farnbacher (Farnbacher ESET
Racing-Ferrari 458 Italia)
Schnellste Rennrunde: Sebastian Asch (a-workx Akrapovic-Porsche
911) 1.45,854 Min.
Regenschauer wirbelt das Feld in der Startphase
durcheinander
Schon in der Einführungsrunde kündigten leichte
Regentropfen ein ereignisreiches Rennen an. Beim Start auf
noch trockener Strecke setzte sich Christopher Mies (22,
Heiligenhaus) im ABT-Audi R8 LMS vor seinem Teamkollegen
Jens Klingmann (21, Leimen) an die Spitze des Feldes, bevor
ein Regenschauer nach rund fünf Minuten die Spitzengruppe
zum Wechsel auf Regenreifen an die Box zwang. Nach dem Wechsel
auf Regenreifen sorgte Mercedes-Pilot Hari Proczyk für
eine kleine Sensation. Der Österreicher startete vom
letzten Startplatz und wechselte bereits eine Runde vor
der gesamten Konkurrenz auf Regenreifen. Durch den frühen
Boxenstopp setzte sich der Österreich mit dem weiß-goldenen
Flügeltürer an die Spitze. Proczyk verteidigte
die Führung bis zum Fahrerwechsel, nach dem Pflichtboxenstopp
setzte sich das Duell an der Spitze mit Dominik Baumann
vor Christer Jöns fort.
Farnbacher-Ferrari mit starker Aufholjagd von Startplatz
13
Doch von hinten drohte den beiden Führenden Gefahr
in Form des Ferrari 458 von Farnbacher ESET Racing, in dem
Dominik Farnbacher nach vorn stürmte. Mit einer starken
Fahrt in der ersten Rennhälfte hatte Teamkollege Niclas
Kentenich den Ferrari von Startplatz 13 bis auf Platz vier
nach vorn gefahren. Farnbacher arbeitete sich in der zweiten
Rennhälfte zwei weitere Positionen nach vorn. Zehn
Minuten vor dem Rennende zog der Sohn des Teamchefs von
Farnbacher ESET Racing auf abtrocknender Strecke vorbei
an Baumann und stellte den ersten Ferrari-Sieg im ADAC GT
Masters seit 2007 sicher. "Das Auto war super im Regen,
ich bin gefahren wie auf Schienen", jubelte Farnbacher
nach seinem ersten Sieg im ADAC GT Masters. "Ich habe
mich am Start etwas zurückgehalten um dem Getümmel
in der ersten Kurve zu entgegen. Sobald es aber anfing zu
regnen, konnte ich Position für Position gutmachen",
freute sich Kentenich. Dominik Baumann, der jüngste
Pilot im Feld des ADAC GT Masters, war mit dem zweiten Platz
nicht unzufrieden. "In den halbtrockenen Bedingungen
zum Rennende war unser Auto heute nicht so stark. Aber wenn
man von ganz hinten in diesem starken Feld bis auf das Podium
fährt, ist das schon eine Sensation."
Lokalmatador Frankenhout verpasst Podium nur knapp
Hinter Baumann/Proczyk duellierten sich deren Teamkollegen
aus der HEICO-Mannschaft, Christiaan Frankenhout (29, NL)/Andreas
Wirth (26, Heidelberg) und Lance-David Arnold/Andreas Zuber,
um Platz drei. Im teaminternen Duell setzte sich Arnold
schließlich gegen Wirth durch, der Duisburger durfte
zusammen mit Zuber auf dem Podium Champagner verspritzen.
Titelkontrahenten fahren geschlossen auf die Ränge
fünf bis sieben
Auf Platz fünf kamen Ferdinand (20, A) und Johannes
Stuck (24, A) im Reiter-Lamborghini Gallardo ins Ziel und
machten damit im Titelkampf Boden auf die Tabellenführer
Alexandros Margaritis (26, Köln)/Dino Lunardi (32,
F) im BMW ALPINA B6 des LIQUI MOLY Team Engstler gut. Das
BMW ALPINA-Duo haderte auf der nassen Strecke mit der Fahrwerksabstimmung
und fuhr auf Platz sieben. Pech hatte der Tabellendritte
Christopher Mies. Der Titelkontrahent übergab seinen
ABT-Audi R8 auf Platz zwei liegend an Jöns. Doch nach
einem Vergehen beim Boxenstopp kassierte Jöns eine
Durchfahrtsstrafe und landete auf Rang sechs.
Oliver Mayer siegt in der Amateurwertung
Als engster Verfolger von Tabellenführer Marc A. Hayek
(40, CH) im Kampf um die Amateurwertung etabliert sich vor
dem Finale in Hockenheim Oliver Mayer (53, Ingolstadt).
Der Mercedes Benz SLS AMG-Fahrer aus dem Black Falcon-Team
feierte in Assen seinen dritten Saisonsieg und übernahm
damit Tabellenrang zwei von Swen Dolenc (43, Maulbronn),
der im FACH AUTO TECH-Porsche 911 das Podium als Vierter
knapp verpasste. Ardi van der Hoek (35, NL) überholt
in der letzten Runde im Prosperia Team Brinkmann uhc-Audi
R8 den Reiter-Lamborghini Gallardo von Hayek und sicherte
sich Rang zwei.
Titelkontrahenten rücken vor dem Finale näher
zusammen
Vor dem Finale in Hockenheim (30. September bis 2. Oktober)
haben noch sechs Piloten Chancen auf den Titel. Noch maximal
50 Punkte sind im badischen Motodrom zu vergeben, Margaritis/Lunardi
haben 28 Punkte Vorsprung vor den beiden Stuck-Brüder.
Drei Punkte hinter den Söhnen von Hans-Joachim "Striezel"
Stuck liegt ABT-Audi-Pilot Christopher Mies. Auch Luca Ludwig
(22, Bonn), der im Rennen am Sonntag ausschied, hat noch
rechnerische Titelchancen mit 43 Punkten Rückstand.
ADAC GT Masters live im TV
Alle 16 Rennen des ADAC GT Masters werden auch 2011 wieder
vom frei empfangbaren TV-Sender kabel eins samstags und
sonntags um 11.45 Uhr live in Deutschland, Österreich
und in der Schweiz übertragen. Der Sportsender SPORT1
sendet Highlights des ADAC GT Masters aus Assen im ADAC
Masters Weekend-Magazin am 23. September um 17.30 Uhr.
Rennen
- Samstag
Start-Ziel-Sieg in Assen bringt Margaritis/Lunardi
näher zum Titel
Marc A. Hayek erobert Tabellenführung
in der Amateurwertung zurück
Schritt für
Schritt arbeiten sich Dino Lunardi (32, F) und Alexandros
Margaritis (26, Köln) im BMW ALPINA B6 des LIQUI MOLY
Team Engstler Richtung Meistertitel. Beim vorletzten ADAC
Masters Weekend feierten die Tabellenführer im niederländischen
Assen einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Die beiden
ABT-Audi R8 von Christer Jöns (24, Ingelheim)/Christopher
Mies (22, Heiligenhaus) und Luca Ludwig (22, Bonn)/Jens
Klingmann (21, Leimen) beendeten das Rennen auf den Plätzen
zwei und drei und halten den Titelkampf weiter spannend.
Keyfacts, TT Circuit Assen (NL)
Streckenlänge: 4.555 Meter
Wetter: stark bewölkt, etwas Regen, 16 Grad
Pole Position: Christer Jöns (ABT Sportsline-Audi R8),
1.38,571 Min.
Sieger: Dino Lunardi/Alexandros Margaritis (LIQUI MOLY Team
Engstler-BMW ALPINA B6)
Schnellste Rennrunde: Daniel Keilwitz (Callaway Competition-Corvette
Z06) 1.39,763 Min.
Lunardi/Margaritis fahren souverän zum dritten
Saisonsieg
Dino Lunardi erwischte einen perfekten Start und beschleunigte
auf dem Weg zur ersten Kurve noch auf der Start-Ziel-Geraden
den von der Pole Position gestarteten Audi R8 von Christer
Jöns aus. Der Franzose setzte sich dann leicht von
seinem Verfolger ab, ein Regenschauer nach gut zehn Minuten
sorgte für eine rutschige Strecke. Bei den schwierigen
Bedingungen leistete sich Lunardi keinen Fehler und baute
den Vorsprung bis zum Fahrerwechsel auf Teamkollege Margaritis
zur Rennmitte auf sechs Sekunden aus. Der ehemalige DTM-Fahrer
spielte dann auf abtrocknender Strecke seine Routine aus
und stellte den dritten Saisonsieg des BMW ALPINA-Duos mit
6,5 Sekunden Vorsprung auf den ABT-Audi R8 von Mies/Jöns
sicher. „Mit dem Sieg heute haben wir bewiesen, dass
wir dem Druck der Konkurrenz in der entscheidenden Phase
der Meisterschaft stand halten können“, jubelte
Lunardi. „Während des Regenschauers in der ersten
Rennhälfte war es allerdings auf der nassen Piste sehr
schwierig. In jeder Runde haben sich die Streckenbedingungen
geändert und ich hätte einige Male fast die Kontrolle
über das Auto verloren.“
„Da mein Teamkollege Dino Lunardi die schwierigen
Streckenbedingungen am besten kannte, haben wir uns für
einen sehr späten Fahrerwechsel entschieden“,
erklärte Margaritis die Taktik nach dem Rennen. „In
der zweiten Rennhälfte konnte ich das Rennen dann von
der Spitze aus kontrollieren.“ Mit den Plätzen
zwei und drei der beiden ABT-Audi endete die Siegesserie
der Allgäuer in Assen. Der zweitplatzierte Mies und
Ludwig auf Platz drei haben dennoch weiterhin gute Chancen
im Titelkampf und machten Punkte auf den Reiter-Lamborghini
Gallardo der Tabellenzweiten Ferdinand (20, A) und Johannes
Stuck (24, A) gut. Die Stuck-Brüder landeten hinter
dem HEICO MOTORSPORT-Mercedes-Benz SLS AMG von Dominik Baumann
(18, A) und Hari Proczyk (35, A) auf Rang fünf und
büßten so nicht nur Punkte auf die Tabellenführer
Lunardi/Margaritis ein. Auch die Verfolger Mies und Ludwig
rückten in der Tabelle näher an die Söhne
von Rennsportlegende Hans-Joachim „Striezel“
Stuck. Für das zweite Rennen am Sonntag kündigt
Audi-Fahrer Mies maximale Attacke an: „Heute hatte
ich gut zwanzig Minuten vor dem Rennende etwas Probleme
mit den Hinterreifen und konnte nicht mehr attackieren.
Aber im Rennen morgen werden wir mit 150 Prozent angreifen,
sonst ist der Titelzug für uns abgefahren.“
Christiaan Frankenhout bester Niederländer
Bester Niederländer in der „Liga der
Supersportwagen“ war im Rennen am Samstag Christiaan
Frankenhout (29), der zusammen mit Andreas Wirth (26, Heidelberg)
im Mercedes-Benz SLS AMG von HEICO MOTORSPORT auf Rang sechs
fuhr. Großes Pech hatten Frankenhouts Landsleute Ricardo
van der Ende (32) und Duncan Huisman (39) im BMW Z4 von
Faster Racing by DB Motorsport, die nach einer starken ersten
Rennhälfte von Van der Ende auf dem vierten Platz lagen.
Bei einer Kollision mit dem PRIMAJOB TEAM HEICO-Mercedes
Benz SLS AMG von Andreas Zuber (27, UAE) im Kampf um Platz
vier zerplatzten dann allerdings die Podiumsträume
der beiden Niederländer.
Bunter Markenmix komplettiert die Top Ten
Niclas Kentenich (23, Neuss) und Dominik Farnbacher
(26, Ansbach) wurden im Ferrari 458 von Farnbacher ESET
Racing Siebte vor dem Phoenix Racing Pole Promotion-Audi
R8 von Andreas Simonsen (21, S)/Christopher Haase (23, Kulmbach).
Auf Rang neun fuhr der BMW Z4 von WestCoast Racing mit den
beiden Schweden Fredrik Larsson (35)/Richard Göransson
(33) erstmals in dieser Saison in die Punkte. Einen Punkt
erkämpften sich noch Florian Stoll (30, Rickenbach)/Maximilian
Götz (25, Uffenheim) im MS RACING-Mercedes-Benz SLS
AMG auf Rang zehn.
Hayek neuer Tabellenführer in der Amateurwertung
Der Titelkampf verschärft sich auch in der
Amateurwertung. Marc A. Hayek (40, CH) übernahm mit
einem Sieg in der Amateurwertung im Reiter-Lamborghini Gallardo
mit Schützenhilfe von ADAC GT Masters-Champion Peter
Kox (47, NL) wieder die Tabellenführung. Der bisherige
Tabellenführer Swen Dolenc (43, Maulbronn) hatte Pech
und schied im Porsche 911 von FACH AUTO TECH aus. Toni Seiler
(53, CH) belegte in seiner Callaway-Corvette Z06 Platz zwei
vor dem Niederländer Ardi van der Hoek (35) im Audi
R8 des Prosperia Team Brinkmann UHC. Sven Hannawald (36,
München) verpasste das Podium in der Amateurwertung
als Vierter nur knapp und sah in einer Callaway-Corvette
zusammen mit Ex-Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen (44,
Neuss) die Zielflagge auf der 18. Gesamtposition.
Mies startet von der Pole Position am Sonntag
Hochspannung verspricht das Rennen am Sonntag.
Die Sieger aus dem ersten Rennen und Tabellenführer
Lunardi/Margaritis, starten wie schon am Samstag aus der
zweiten Position hinter dem ABT-Audi R8-Duo Mies/Jöns.
Auch Luca Ludwig und die Stuck-Brüder haben mit den
Startplätzen drei und fünf hervorragende Ausgangspositionen
im drittletzten Lauf der Saison 2011.
ADAC GT Masters live im TV
Alle 16 Rennen des ADAC GT Masters werden auch
2011 wieder vom frei empfangbaren TV-Sender kabel eins samstags
und sonntags um 11.45 Uhr live in Deutschland, Österreich
und in der Schweiz übertragen. Der Sportsender SPORT1
sendet Highlights des ADAC GT Masters aus Assen im ADAC
Masters Weekend-Magazin am 23. September um 17.30 Uhr.