Rennen - Sonntag:
Stuck-Brüder gewinnen schnellstes ADAC GT Masters-
Rennen
* Sven Hannawald und Heinz-Harald Frentzen verpassen
Podium
knapp
Die Siegesserie
der Stück-Brüder Ferdinand (20) und Johannes (24, beide
Österreich) im ADAC GT Masters hält an. Bei der Österreich-Premiere
des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring fuhren die Brüder
im Reiter-Lamborghini Gallardo bei ihrem Heimspiel zum vierten
Saisonsieg. Die zweit-platzierten in der Meisterschaft,
Alexandros Margaritis (26, Köln) und Dino Lunardi (32, F),
belegten im BMW ALPINA B6 Platz zwei vor dem Mercedes-Benz
SLS AMG von HEICO MOTORSPORT mit den beiden Österreichern
Dominik Baumann (18) und Hari Proczyk (35).
Keyfacts
Rennen 2, Red Bull Ring, Österreich
Streckenlänge: 4.326 Meter
Wetter: sonnig, 24 Grad
Pole-Position: Thomas Jäger, MS RACING-Mercedes-Benz SLS
AMG
Sieger: Ferdinand Stuck/Johannes Stuck, Reiter-Lamborghini
Gallardo Schnellste Rennrunde: Daniel Keilwitz, Callaway
Competition-Corvette,
1.32,241 Min.
Stuck-Brüder erkämpfen sich Sieg trotz Erkältung
Auch eine schwere Erkältung hinderte Johannes und Ferdinand
Stuck nicht am vierten Saisonsieg. Auf dem Red Bull Ring
in der Steiermark hatte das Lamborghini-Duo allerdings neben
einem schweren Gasfuß auch eine große Portion Glück. In
der ersten Rennhälfte dominierte Polesetter Thomas Jäger
(34, München) im Mercedes SLS AMG von MS RACING.
Nach dem Fahrerwechsel verteidigte sein Teamkollege Florian
Stoll (30, Rickenbach) die Führung, musste dann allerdings
nach einem Fahrfehler dem a-workx-Akrapovic-Porsche 911
mit Sebastian Asch (25, Ammerbuch) die Spitze überlassen.
Die Führung brachte Rennfahrersohn Asch aber nicht viel
Glück. 20 Minuten vor dem Rennende war der Traum vom Sieg
für Asch und Teamkollege Michael Ammermüller (25, Pocking)
vorbei, als Asch den Por-sche mit Antriebsdefekt abstellen
musste.
Ferdinand Stuck übernahm die Spitze und stellte im bisher
schnellsten ADAC GT Masters-Rennen mit einem Durchschnittstempo
von 163 km/h den vierten Saisonsieg sicher. „Ich habe nach
10 Minuten im Auto gemerkt, dass es mit meiner Erkältung
heute extrem schwer wird“, so Johannes Stuck. „Ferdinand
ist dann in der zweiten Rennhälfte ein fantastisches Rennen
gefahren. Ich kann mir keinen besseren Teamkollegen wünschen.
Allerdings tun mir die Porsche-Jungs sehr leid, die sind
ein starkes Rennen gefahren.“
BMW ALPINA und Mercedes sorgen für Vielfalt auf dem Podium
Knapp geschlagen musste sich das Duo Margaritis/Lunardi
mit Platz zwei zufrieden geben. „Ich habe versucht den Druck
aufrecht zu erhalten, aber zum Rennende hat unsere Bremse
stark abgebaut. In den letzten drei Runden konnte ich nur
noch mit Hilfe des Motors bremsen“, erklärte Lunardi. Über
einen Podiumsplatz beim Heimspiel durften Dominik Baumann
und Lokal-matador Hari Proczyk jubeln, die sich von Startplatz
elf bis auf das Podium arbeiteten. „Ein toller Erfolg, und
das direkt vor meiner Haustür“, freute sich Proczyk, der
unweit der Rennstrecke aufgewachsen ist.
Erste Punkte für das Duo Frentzen und Hannawald
Skisprunglegende Sven Hannawald (36, München) und Ex-Formel
1-Pilot Heinz-Harald Frentzen (44, Düsseldorf) verpassten
das Podium als Vierte in ihrem bisher besten gemeinsamen
Rennen im ADAC GT Masters nur knapp. Frentzen lag in der
Callaway-Corvette in der ersten Rennhälfte auf Platz drei
und in Schlagdistanz zur Spitze. Teamkollege Hannawald musste
in der zweiten Rennhälfte nur noch Baumann passieren lassen.
„Das Auto lief heute sehr gut. Aber noch schöner als Platz
vier ist für mich, dass Sven so stark gefahren ist“, freute
sich Heinz-Harald Frentzen über seine erste Punkteplat-zierung
im ADAC GT Masters
Erster Saisonsieg von Hannawald in der Amateurwertung
Sven Hannawald sicherte sich mit Platz vier auch den
ersten Saisonsieg in der Amateurwertung. Der Corvette-Pilot
setzte sich gegen Oliver Mayer (53, Ingolstadt) im Black
Falcon-Mercedes SLS AMG und Swen Dolenc (43, Maulbronn)
im FACH AUTO TECH-Porsche 911 durch. Mit Platz zwei in der
Amateurwertung machte Mayer weitere Punkte auf Tabellenführer
Marc A. Hayek (40, CH) gut, der im Reiter-Lamborghini Gallardo
Vierter wurde.
Pechvögel Jäger/Stoll werden noch Fünfte
Die Pechvögel des Rennens waren Thomas Jäger und Florian
Stoll, die nicht nur die Führung verloren, sondern anschließend
auch noch eine Durchfahrts-strafe nach einem Vergehen beim
Boxenstopp antreten mussten. Das Mercedes-Duo beendete das
Rennen auf Platz fünf. Einen Platz dahinter sahen Oliver
Mayer und Teamkollege Jan Seyffarth (25, Querfurt) die Ziel-flagge.
Lokalmatador Andreas Zuber (27) wurde im Mercedes SLS AMG
des PRIMAJOB Team HEICO zusammen mit Lance-David Arnold
(25, Duisburg) Siebter. Die Sieger vom ersten Rennen am
Samstag, Norbert Siedler (28, A) und Christian Engelhart
(24, Kösching), belegten im Porsche 911 des MRS Team PZ
Aschaffenburg Rang neun hinter dem ABT-Audi R8 von Christopher
Mies (22, Heiligenhaus) und Luca Ludwig (22, Bonn)
Meisterschaftskampf spitzt sich zu
Der vierte Saisonsieg verschaffte Stuck/Stuck sieben
Punkte Vorsprung vor Lunardi/Margaritis bei noch sechs ausstehenden
Rennen. Ludwig/Mies liegen 23 Punkte zurück. Ein schwarzes
Wochenende erlebten Christer Jöns (24, Ingelheim)/Jens Klingmann
(21, Leimen), die im zweiten ABT-Audi R8 punktelos blieben,
aber weiter Tabellenvierte sind. Das nächste Rennen findet
bereits in drei Wochen vom 2. bis 4. September auf dem EuroSpeedway
Lausitz in der Nähe von Berlin statt.
Rennen - Samstag:
Siedler/Engelhart
machen auf dem Red Bull Ring alle nass
* Porsche-Sieg
bei Österreich-Premiere des ADAC GT Masters
Die Österreich-Premiere
des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring brachte nach einer
Regenschlacht zwei Überraschungssieger. Der Öster-reicher
Norbert Siedler (28) und Christian Engelhart (24, Kösching/D),
die im Porsche 911 des MRS Team PZ Aschaffenburg in Österreich
zum ersten Mal in der „Liga der Supersportwagen“ antraten,
verblüfften bei strömendem Regen mit einem souveränen Sieg.
Platz zwei belegten Lokalmatador Andreas Zuber (27, Judenburg/A)
zusammen mit Lance David Arnold (25, Duisburg/D) im Mercedes-Benz
SLS AMG von HEICO MOTORSPORT vor Christopher Haase (23,
Kulmbach/D)/Andreas Simonsen (21, S) im Audi R8 von Phoenix
Racing Pole Promotion.
Keyfacts
Rennen 1, Red Bull Ring, Österreich
Streckenlänge: 4.326 Meter
Wetter: Am Start trocken, später starker Regen, 17 Grad
Sieger: Norbert Siedler/Christian Engelhart (MRS Team PZ
Aschaffenburg-
Porsche 911)
Schnellste Rennrunde: Christian Engelhart, 1.41,832 Min.
Perfekter Start von Engelhart legt Grundstein zum Sieg
Das erste Rennen bei der Österreich-Premiere des ADAC
GT Masters hatte sich vor allem Tabellenführer Ferdinand
Stuck (20, Österreich) anders vorge-stellt. Zwar gewann
der Reiter-Lamborghini-Pilot von der Pole-Position aus den
Sprint zur ersten Kurve. Doch schon am Ende der ersten Runde
übernahm Christian Engelhart im Porsche nach einem fulminanten
Start von Position sechs die Führung. Schon in der zweiten
Runde hatte Engelhart einen Ver-folger weniger im Rückspiegel,
als Stuck seinen Lamborghini nach einem Kontakt mit einem
Konkurrenten abstellen musste. Engelhart setzte sich leicht
ab, und liess sich auch nicht vom stark einsetzenden Regen
beein-drucken, der nach 20 Minuten über die Strecke herein-brach
und den Red Bull Ring in eine Rutschbahn verwandelte.
Nach einem perfekt getimten Boxenstopp mit Fahrerwechsel
ging Norbert Siedler auf Regenreifen wieder zurück auf die
Strecke und stellte schliesslich mit fehlerloser Fahrt und
19,3 Sekunden Vorsprung den ersten Porsche-Saisonsieg vor
Zuber/Arnold sicher. „Wir haben vor dem Rennen angesichts
des drohenden Regens etwas mit der Abstimmung gepokert.
Das hat sich ausgezahlt. Je nasser es wurde, desto besser
wurde der Porsche“, erklärte Engelhart das Erfolgsgeheimnis.
Siedler lobte die starke Fahrt seines Team-kollegen: „Christian
hat in der ersten Rennhälfte den Grundstein zum Sieg gelegt.
Ich wusste gar nicht, dass ich in Führung lag. Erst zehn
Minuten vor dem Rennende habe ich über Funk gefragt und
konnte gar nicht glaube, dass ich einen so großen Vorsprung
habe.“
Lokalmatador Zuber mit Podiumspremiere im ADAC GT Masters
Andreas Zuber/Lance David Arnold fuhren trotz eines
spektakulären High-Speed-Ausflugs von Zuber durch Kiesbett
und Wiese zum ersten Mal in dieser Saison auf das Podium.
„Es war so nass auf der Strecke, dass man selbst auf den
Geraden nicht richtig Gas geben konnte“, erklärte Zuber
die extrem schwierigen Verhältnisse. Bei diesen fühlte sich
aber das Duo Christopher Haase/Andreas Simonsen ganz in
ihrem Element. Nach einer furiosen Auf-holjagd von Startplatz
24 sicherten sich die beiden Audi-Piloten mit starker Fahrt
in der Schlussphase den letzten Platz auf dem Podium vor
dem MS RACING-Mercedes-Benz von Florian Stoll (30, Rickenbach/D)/Thomas
Jäger (34, München/D) und dem ABT-Audi R8 mit Christopher
Mies (22, Heiligen-haus/D) und Luca Ludwig (22, Bonn/D)
Stuck-Brüder und ALPINA-Duo punktgleich an der Tabellenspitze
Vom Pech der Stuck-Brüder profitierten die bisherigen
Tabellenzweiten Alexandros Margaritis (26, Köln/D) und Dino
Lunardi (32, F) im BMW ALPINA B6 des LIQUI MOLY Team Engstler.
Nach Platz sechs im ersten Rennen liegen die bisherigen
Tabellenzweiten nun punktgleich an der Spitze mit Ferdinand
und Johannes Stuck.
Regen sorgte für Tumult in der Einfahrt zur Boxengasse
Tückisch zeigte sich die Boxeneinfahrt kurz vor den
Plichtboxenstopps. In der regennassen Einfahrt drehte sich
eine Vielzahl von Fahrzeugen, die noch mit profillosen Slicks
unterwegs waren, bei starkem Aquaplaning. Unter anderem
der Führende in der Amateurwertung, Marc A. Hayek (40, CH),
und Skisprung-legende Sven Hannawald (36, München/D). „Ich
habe mich extra an der Leit-planke angelehnt und entlanggleiten
lassen, nur so konnte ich einen Dreher vermeiden“, erklärte
der zweitplatzierte Arnold, wie er die schwierige Situation
meisterte.
Oliver Mayer siegt im Mercedes SLS in der Amateurwertung
Einen kühlen Kopf behielt auch Oliver Mayer (53, Ingolstadt/D).
Nach fehler-loser Fahrt feiert der Mercedes-Fahrer aus dem
Team Black Falcon den zweiten Saisonsieg in der Amateurwertung
und schloss damit zu Tabellen-führer Marc A. Hayek auf,
der Siebter in der Amateurwertung wurde. Swen Dolenc (43,
Maulbronn/D) belegte im Porsche 911 von FACH AUTO TECH Platz
zwei vor Ardi van der Hoek (34, NL) im Audi R8 vom Prosperia
Team Brinkmann uhc. Thomas Jäger startet von der Pole-Position
im Rennen zwei am Sonntag Im zweiten Rennen am Sonntag startet
erstmals ein Mercedes SLS von der Pole-Position. Thomas
Jäger eroberte den ersten Startplatz im Flügeltürer von
MS Racing vor Michael Ammermüller (25, Pocking) im a-workx
Akapovic-Porsche 911. Von Startplatz vier geht Ex-Formel-1-Pilot
Heinz-Harald Frentzen (44, Düsseldorf) in einer Callaway
Corvette auf Punktejagd.
Alle 16 Rennen des ADAC GT Masters werden auch 2011 wieder
vom frei empfangbaren TV-Sender kabel eins samstags und
sonntags um 11.45 Uhr live in Deutschland, Österreich und
in der Schweiz übertragen. Der Sport-sender SPORT1 sendet
Highlights des ADAC GT Masters vom Red Bull Ring im ADAC
Masters Weekend-Magazin am 20. August um 13.00 Uhr.