Audi
R8 LMS gewinnt das wichtigste Langstrecken-Rennen für GT-Fahrzeuge
- Audi Sport Team WRT triumphiert bei den 24 Stunden
Spa
- Erfolg gegen GT-Sportwagen zwölf weiterer Hersteller -
DTM-Stars Ekström und Scheider im Siegerwagen
Der Audi
R8 LMS hat das wichtigste Langstrecken-Rennen für GT-Fahrzeuge
vor BMW und Mercedes-Benz gewonnen. Das Audi Sport Team
WRT setzte sich bei der 63. Auflage der 24 Stunden von Spa
(Belgien) gegen stärkste Konkurrenz durch. Am Steuer des
siegreichen Mittelmotor-Sportwagens lösten sich die beiden
DTM-Stars Mattias Ekström (Schweden) und Timo Scheider (Deutschland)
mit dem belgischen Langstrecken-Spezialisten Greg Franchi
ab.
Experten waren sich vor dem Start des Rennens einig, dass
der seit 1924 ausgetragene Langstrecken-Klassiker noch nie
so stark besetzt war wie in diesem Jahr. Insgesamt 62 Fahrzeuge
von 13 verschiedenen Herstellern gingen an den Start, darunter
nicht weniger als 57 Fahrzeuge der weltweit boomenden GT3-Kategorie.
Vor allem die Anfangsphase des Langstrecken-Klassikers erfüllte
die Erwar-tungen. Die Zuschauer entlang der 7,004 Kilo-meter
langen Rennstrecke und vor den Fernsehschirmen erlebten
knallharte Positionskämpfe, unzählige Überholmanöver, Ausfälle
sowie größere und kleinere Dramen, wie sie für ein 24-Stunden-Rennen
typisch sind. Von Anfang an war dabei der Audi R8 LMS das
schnellste Auto im Feld. Schon nach wenigen Stunden war
klar, dass der Weg zum Sieg nur über den von einem V10-Motor
angetriebenen R8 führen würde.
Besonders eindrucksvoll war die Fahrt des siegreichen R8
LMS #33 vom Audi Sport Team WRT. Das Auto von Mattias Ekström,
Greg Franchi und Timo Scheider lief 24 Stunden lang wie
ein Uhrwerk, während viele andere GT3-Fahrzeuge den Belastungen
des hart umkämpften Langstrecken-Rennens nicht gewachsen
waren. Zweimal wurden planmäßig die Bremsscheiben und Bremsbeläge
gewechselt. Abgesehen davon stand der R8 LMS nur zum Nachtanken,
zum Reifen- und zum Fahrerwechsel an der Box. Zu Beginn
der zehnten Stunde übernahmen Ekström/Franchi/Scheider die
Führung und gaben diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Am Ende
hatte das Trio zwei Runden Vorsprung auf den schärfsten
Verfolger.
Insgesamt führte Audi 22 der 24 Stunden. Kurz nach Mitternacht
lagen sogar drei R8 LMS an der Spitze des Feldes. Doch während
sich das Audi Sport Team WRT am Ende auch noch über den
vierten Gesamtrang der Startnum-mer "32" freuen durfte,
hatte das Audi Sport Team Phoenix großes Pech.
Marc Basseng, Christopher Haase und Frank Stippler hatten
das Rennen lange überlegen angeführt und sich im R8 LMS
#99 schon fast eine volle Runde Vorsprung erarbeitet. Kurz
nach 1 Uhr verlor Haase Platz eins wegen eines Defekts am
Luftlanzensystem. Nur eine Stunde später rutschte der Youngster
in Turn 9 auf einer feuchten Stelle von der Strecke und
musste aufgeben.
Das "Schwesterauto" mit der #98 wurde im Kampf um die Spitze
gegen Ende der dritten Stunde von einem langsameren Fahrzeug
am linken Hinterrad ge-troffen. Kurz darauf ließ sich der
zweite Gang nicht mehr einlegen. Obwohl sie in der Folge
auf den zweiten Gang verzichten mussten und durch einen
Rei-fenschaden zusätzliche Zeit verloren, arbeiteten sich
Marcel Fässler, Andrea Piccini und Mike Rockenfeller vom
13. wieder auf den dritten Platz nach vorn, ehe kurz nach
Mitternacht ein Getriebewechsel notwendig wurde, der insge-samt
1:36 Stunden Zeitverlust bedeutete. Vom 36. Platz kämpfte
sich das Trio mit konstant schnellen Zeiten und der absolut
schnellsten Rennrunde (Mike Rockenfeller / 2.20,286 Minuten)
noch auf Rang 14 vor.
Gleich zwei Aufholjagden gelangen dem zweiten Audi R8 LMS
des Audi Sport Team WRT. Nach einem Unfall im Qualifying
arbeitete sich Stéphane Ortelli in den ersten 90 Minuten
mit einer sehenswerten Fahrt durch das Feld vom 41. auf
den zweiten Platz nach vorn, ehe eine Durchfahrtstrafe in
Folge einer Berührung fast eine Runde kostete. Der Wechsel
von vorderen linken Auf-hängungsteilen dauerte 24 Minuten
und warf die #32 scheinbar aussichtslos auf Position 42
zurück. Doch Filipe Albuquerque, Bert Longin und Stéphane
Ortelli gaben nicht auf, machten Platz und Platz gut und
beendeten das Rennen am Ende auf einem fast schon sensationellen
vierten Gesamtrang. Damit komplettierten sie den Triumph
des Audi Sport Team WRT, das bei seinem ersten Werkseinsatz
für Audi gleich einen bedeutenden Sieg feierte.
"Die Mannschaft von Vincent Vosse hat bei ihrem Heimspiel
einen wirklich tollen Job gemacht", erklärte Audi-Motorsportchef
Dr. Wolfgang Ullrich. "Mattias (Ekström), Greg (Franchi)
und Timo (Scheider) sind schnell und fehlerfrei gefahren
- und genau das war neben der Zuverlässigkeit und Schnel-ligkeit
des R8 LMS an diesem Wochenende der Schlüssel zum Erfolg.
Unsere anderen drei Fahrzeuge hatten leider viel Pech, ganz
besonders die Truppe von Ernst Moser. Deshalb war es am
Ende fast so wie in Le Mans: Wir hatten nach wenigen Stunden
nur noch ein heißes Eisen im Feuer - doch damit haben wir
gesiegt. Das zeugt von Nervenstärke und Teamgeist. Denn
es haben alle mitgeholfen, den Sieg mit nur einem verbliebenen
Auto zu holen."
Für den Audi R8 LMS, der seit dem vergangenen Jahr von Audi
Sport customer racing an Kunden ausgeliefert wird, war es
bereits der insgesamt 96. Rennerfolg. "Nach drei Klassensiegen
beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und dem Doppelsieg
bei den 12 Stunden von Bathurst zu Beginn des Jahres ist
dies zweifellos der wichtigste Erfolg des Audi R8 LMS und
unseres noch relativ jungen Kundensport-Programms", sagte
Werner Frowein, der als Leiter der quattro GmbH für das
Kundensport-Engagement des Unter-nehmens verantwortlich
ist. "Ich möchte mich bei allen bedanken, die hart und mit
viel Engagement daran gearbeitet haben, diesen Triumph möglich
zu machen. Nun steht Audi nach Le Mans in der Siegerliste
eines weiteren großen 24-Stunden-Rennens. Und wir konnten
zeigen, dass der R8 ein fantastischer Sportwagen ist. Das
bestätigen uns auch unsere immer zahl-reicher werdenden
Kundenteams."
Eines dieser Kundenteams, United Autosports, bestritt mit
drei R8 LMS die 24 Stunden Spa und durfte sich nach einem
ereignisreichen Rennen mit den Piloten Richard Dean, Zak
Brown, Stefan Johansson und Johnny Herbert über den 13.
Gesamtrang und Platz sechs in der Pro-Am-Kategorie freuen.