Audi
präsentiert den neuen A5 DTM
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Weltpremiere auf der IAA in Frankfurt
- Erprobung des neuen DTM-Fahrzeugs hat begonnen
- Reduktion der Kosten um bis zu 40 Prozent
Am Vorabend der Internationalen Automobilausstellung
(IAA) in Frankfurt hat Audi sein neues DTM-Fahrzeug vorgestellt:
Nach dem V8 quattro (1990 bis 1992) und dem A4 (2004 bis
2011) setzt die Marke mit den vier Ringen in der populärsten
internationalen Tourenwagen-Rennserie erstmals auf ein zweitüriges
Coupé.
Der neue Audi A5 DTM, der bei Audi
Sport intern den Projektnamen "R17" trägt,
entspricht dem neuen Technischen Reglement, das in der Saison
2012 in Kraft tritt. Dabei hatten die Verantwortlichen drei
Prämissen: die Sicherheit der Fahrzeuge, eine Kostenreduktion
um bis zu 40 Prozent und einen spektakulären Auftritt.
Von Letzterem können sich die
Zuschauer in der Audi-Halle auf der IAA vom 13. bis 25.
September überzeugen: Der Audi A5 DTM wirkt flacher
und gedrungener als sein erfolgreicher Vorgänger, mit
dem Audi vier der letzten sieben DTM-Titel gewonnen hat.
Unter der komplett aus Karbon gefertigten Karosserie befindet
sich ein neuartiges Chassis in Hybridbauweise. Die Kombination
von Kohlefaser-Monocoque und Stahlkäfig setzt in puncto
Sicherheit für einen Renntourenwagen neue Maßstäbe.
Zudem ist das Chassis eines von mehr als 50 Bauteilen, die
bei allen DTM-Fahrzeugen identisch sind.
"Durch diese Gleichteile war
es möglich, die angestrebte Kostenreduktion von bis
zu 40 Prozent zu erreichen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit
und der Attraktivität der DTM-Fahrzeuge einzugehen",
erklärt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich, unter
dessen Leitung der neue Audi A5 DTM entwickelt wurde.
5,01 Meter lang ist der A5 DTM, 1,95
Meter breit und 1,15 Meter flach. Der Radstand beträgt
bei allen DTM-Fahrzeugen einheitlich 2.750 Millimeter. Angetrieben
wird der A5 DTM wie sein Vorgänger von einem rund 340
kW (460 PS) starken V8-Motor. Eine Neuentwicklung ist das
Sechsganggetriebe, das nun pneumatisch über Schaltwippen
am Lenkrad betätigt wird. Die gegenüber einer
klassischen Handschaltung präziseren Schaltvorgänge
ermöglichen eine Vervierfachung der Getriebelaufleistung
auf bis zu 24.000 Kilometer.
Auf dem technisch neuesten Stand
sind auch die Motorelektronik (Bosch MS 5.1), die ohne Sicherungen
auskommt, und das bereits im Audi R8 LMS verwendete zentrale
Display. Der exklusive Reifenpartner Hankook liefert größere
und breitere Reifen, deren Dimensionen jenen von LMP2-Sportwagen
ähneln.
In die Kohlefaserzelle des Audi A5
DTM integriert ist ein 120 Liter großer Sicherheitstank,
mit dem die aktuelle Distanz eines DTM-Rennens ohne Tankstopp
absolviert werden könnte. Für längere Rennen
wird ein Schnellbetankungssystem entwickelt.
Am Fahrwerk beschränken der
Motorhilfsrahmen vorn und das Getriebe im Heck als Einheitsbauteile
die Freiheiten der Ingenieure. Das Fahrwerk muss an diesen
einheitlichen Elementen angelenkt werden. Zusätzlich
sind für die Querlenker Stahl als Material und die
Rohrdimensionen vorgegeben. Beim Radträger sind das
Material und das Herstellverfahren vom Reglement definiert.
So ist ein Frästeil aus Aluminium mit einem Mindestgewicht
vorgeschrieben. Ein strenger Reglement-Passus legt ferner
die Radnaben und die Felgen für alle Teilnehmer fest.
Eingeschränkt wurden auch die
Möglichkeiten bei der Aerodynamik. Eine Durchströmung
der Karosserie wie beim aktuellen A4 DTM und komplexe Zusatzflügel
am Heck sind nicht mehr erlaubt. Der optische Bezug zum
Serienmodell wird dadurch größer, gleichzeitig
sollen die neuen DTM-Fahrzeuge weniger sensibel auf Berührungen
reagieren und bessere Windschatten liefern - auch dank des
größeren Heckflügels.
"Audi hatte in der Vergangenheit
in der DTM besonders bei der Aerodynamik sehr innovative
Lösungen", so Dr. Martin Mühlmeier, Leiter
Technik bei Audi Sport. "Da diese Bereiche stark eingeschränkt
worden sind, geht es jetzt vor allem um gute Detaillösungen,
um sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu erarbeiten."
Begonnen wurde mit dem Projekt "R17"
im Mai 2010, einen Monat später fiel die Entscheidung
für den A5 als Basismodell. Seit Februar 2011 laufen
Versuche im Modellwindkanal. Das Roll-out wurde am 29. Juli
2011 von Martin Tomczyk erfolgreich absolviert. Seitdem
läuft die Erprobung des neuen A5 DTM, der am 1. März
2012 homologiert werden muss - bis dahin haben die Techniker
von Audi Sport in Ingolstadt und Neckarsulm noch Zeit, an
den Detaillösungen zu feilen.