Verbesserter
Peugeot 908 HDi FAP greift in Le Mans an
Am Wochenende
13./14. Juni steht für Peugeot Sport der absolute Saison-höhepunkt
auf dem Kalender: die 24 Stunden von Le Mans. Im Vorjahr
war der Diesel-Prototypensportwagen Peugeot 908 HDi FAP
das schnellste Auto bei dem unberechenbaren Langstreckenklassiker
und wurde mit einem doppelten Podestplatz belohnt.
Nach zwölf Monaten kehrt das Team Peugeot Total nun zurück
an die Sarthe - mit einem starken Fahreraufgebot, einem
gereiften Einsatzfahrzeug und dem erklärten Ziel, zu siegen.
Verbessert wurde beim Peugeot 908 HDi FAP, der in der LMP1
startet, unter anderem die Traktionskontrolle, die im Vorjahr
bei einsetzendem Regen nicht optimal arbeitete. Auch den
Bereich der Kühler gestalteten die Techniker erfolgreich
neu, um sie vor Verschmutzung zu schützen. Reifenpartner
Michelin leistete ebenfalls wertvolle Detailarbeit. Die
Pneus sind jetzt effektiver auf die Charakteristik des Peugeot
908 HDi FAP abgestimmt. Außerdem erleichtert eine modifizierte
Radaufnahme den Rei-fenwechsel beim Boxenstopp.
Berücksichtigen mussten die Ingenieure um Technikchef Bruno
Famin auch die Regeländerungen durch den Le-Mans-Veranstalter
"Automobile Club de l’Ouest" (ACO). Famin benennt dabei
fünf Schwerpunkte: "Zum einen be-schnitt uns der ACO durch
einen von 39,9 auf 38,3 Millimeter reduzierten Luftmengenbegrenzer
die Leistung. Im Gegenzug verbesserten wir zusammen mit
unserem Partner Bosch die Einspritzung und Verbrennung des
Diesel-kraftstoffs. Als zweite Hürde setzte der ACO eine
maximale Cockpit-Tem-peratur von 32 Grad bei geschlossenen
Sportwagen wie unserem fest. Diese können wir nur mittels
einer Klimaanlage erreichen, deren Kompressor seine Kraft
vom Getriebe abzapft. Der von zwei auf 1,6 Meter gekappte
Heckflügel erforderte eine komplett neue Frontpartie mit
weniger Abtrieb, um die aero-dynamische Balance wiederherzustellen.
Diese neue Nase kommt erstmals in Le Mans zum Einsatz. Im
April wurden uns noch 30 Kilogramm Zusatzgewicht aufgebürdet,
die eine signifikante Mehrbelastung auf einige mechanische
Komponenten mit sich brachte, speziell in den Bereichen
Fahrwerk und Bremsen. Die fünfte Hürde ist der reduzierte
Treibstoffdurchlass der Zapf-anlage. Wir gehen davon aus,
dass uns das bis zu drei Sekunden beim Nachtanken kostet."
Diese Änderungen am Peugeot 908 HDi FAP hat das Team bei
ausführlichen Probeläufen auf unterschiedlichen Strecken
intensiv getestet. Wettkampf-einsätze standen dabei nicht
im Vordergrund. Die beiden Rennen, die ab-solviert wurden,
beendete Peugeot Sport jedoch als Zweitplatzierter (Sebring)
und als Sieger (Spa-Francorchamps).
"Die Zuverlässigkeit war ganz klar unser Entwicklungsschwerpunkt",
bekräftigt Olivier Quesnel, der seit dem 1. Januar 2009
das Amt des Direktors bei Peu-geot Sport bekleidet. "Daher
haben wir uns für Dauerlauf-Simulationen und gegen vermehrte
Renneinsätze entschieden. Das hat auch den Vorteil, dass
die Mechaniker nicht erschöpft nach Le Mans reisen, sondern
im Gegenteil dem Saisonhöhepunkt richtiggehend entgegenfiebern.
Fahrerseitig freuen wir uns, mit David Brabham und Sébastien
Bourdais zwei weitere erfahrene Piloten verpflichtet zu
haben, deren Leidenschaft für Le Mans und der Wille zum
Sieg offensichtlich sind.”
Der Australier Brabham wird sich den Peugeot 908 HDi FAP
mit der Startnum-mer "9" mit zwei weiteren Routiniers teilen:
Marc Gené aus Spanien und dem langjährigen Formel-1-Piloten
Alexander Wurz aus Österreich. Grand-Prix-Star Bourdais
ist Teil eines rein französischen Trios, das das Auto mit
der Start-nummer "8" besetzen wird. Die anderen Fahrer sind
Franck Montagny und Stéphane Sarrazin, die beide ebenfalls
über Formel-1-Erfahrung verfügen. Die Startnummer "7" ist
mit dem ehemaligen DTM-Piloten Pedro Lamy aus Portu-gal,
dem österreichischen BMW-Sauber-Testfahrer Christian Klien
und dem schnellen Franzosen Nicolas Minassian international
besetzt.
Ein vierter Peugeot 908 HDi FAP wird vom Le-Mans-erfahrenen
Team "Pes-carolo Sport" eingesetzt. Dort wechseln sich die
Franzosen Simon Pagenaud, Benoît Tréluyer und Jean Christophe
Boullion ab.
Um sich körperlich auf die anstehende Herausforderung vorzubereiten,
ab-solvierten die Werkspiloten im Mai in Chamonix einen
dreitägigen Fitnesskurs. Zweiter Effekt dieser intensiven
Vorbereitung: Der Teamgeist wurde gestärkt und die Mannschaft
auf Le Mans eingeschworen. Die Mechaniker von Peugeot Sport
durchliefen ihrerseits ein Trainingsprogramm. Beim Rennen
selbst wird ein Osteopath dem Team zur Seite stehen. Trotz
aller akribischer Vorbe-reitung von Mensch und Material
sieht sich Peugeot auch 2009 in der Rolle des Herausforderers
vom achtmaligen Sieger Audi. "Aber wir sind ein Herausforderer
mit großem Appetit auf Erfolg", fügt Olivier Quesnel hinzu.