01.
Juni 2008 - Porsche-Info:
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Porsche
RS Spyder schnellstes LMP2-Auto
Die Premiere
des Porsche RS Spyder auf der legendären Rennstrecke von
Le Mans (Frankreich) verlief erfolgreich. Bei der Vorqualifikation
zum 24-Stunden-Rennen, das am 14./15. Juni ausgetragen wird,
setzten sich die beiden Spyder-Teams an die Spitze der LMP2-Klasse.
Schnellster war mit 3:42,191 Minuten der niederländische
Le-Mans-Neuling Jos Verstappen aus dem Team Van Merksteijn
Motorsport. Die zweitbeste Zeit (3:43,736) im 478 PS starken
Sportprototypen aus Weissach gelang John Nielsen (Dänemark,
Team Essex), der das bedeutendste und härteste Langstreckenrennen
der Welt 1990 gewonnen hat. In der GT2-Klasse für seriennahe
Sportwagen schaffte Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister
(Deutschland) im 911 GT3 RSR die zweitbeste Rundenzeit.
Der traditionelle Testtag war geprägt durch wechselnde Wetterbedingungen.
Nachdem die Strecke am Vormittag teils nass und teils trocken
war, gab es nach der Mittagspause eine einstündige Trockenphase,
in der die Bestzeiten markiert wurden – bevor es erneut
zu regnen begann.
Porsche ist mit 16 Gesamtsiegen der erfolgreichste Hersteller
in der 85-jährigen Geschichte des 24-Stunden-Rennens von
Le Mans. Die 13,629 Kilometer lange Rennstrecke, die großteils
über normale Landstraßen führt, gehört zu den schnellsten
Kursen der Welt. Der Vollgasanteil einer Runde beträgt knapp
75 Prozent.
Um der Streckencharakteristik gerecht zu werden, wurde für
den RS Spyder ein spezielles Le-Mans-Kit entwickelt. Es
handelt sich dabei im Wesentlichen um Karosserieteile, die
den Luftwiderstand verringern sollen. Dazu gehören die etwa
fünf Zentimeter längeren und insgesamt flacheren Kotflügel
mit ent-sprehend leicht modifiziertem Scheinwerferglas.
Außerdem wurden die beiden Flaps links und rechts sowie
die Radhausentlüftung an den vorderen Kot-flügeln geändert.
Der Reduzierung des Luftwiderstands dient auch ein leichter
Aufsatz in der Mitte des Heckteils.
Porsche ist der erfolgreichste Hersteller in Le Mans
„Es ist natürlich total schön, bei meinem allerersten Le-Mans-Auftritt
Schnellster in der Klasse zu sein“, sagte der ehemalige
Formel-1-Fahrer Jos Verstappen, „aber ich habe das Glück
gehabt, bei trockener Strecke unterwegs zu sein. Die Bedingungen
waren heute insgesamt echt schwierig. Unsere Devise war,
kein Risiko einzugehen, um das Fahrzeug nicht zu be-schädigen.
Durch den Regen konnten wir nicht so viele Erfahrungen sammeln
wie erhofft. Aber ich bleibe cool, denn ich weiß von der
Le Mans Series, dass der RS Spyder ein nahezu perfektes
Rennauto ist. Ich freue mich jetzt tierisch auf mein erstes
24-Stunden-Rennen überhaupt!“
Verstappen bestreitet das Rennen am 14./15. Juni zusammen
mit seinen niederländischen Teamkollegen Peter van Merksteijn
und Jeroen Bleeke-molen, der zuletzt einen tollen Start-Ziel-Sieg
beim Porsche-Mobil1-Supercup in Monte Carlo gefeiert hatte.
Das dänische Essex-Team hat für den Langstreckenklassiker
einen pro-minenten dritten Fahrer engagiert. Die beiden
dänischen Stammpiloten John Nielsen und Casper Elgaard werden
vom deutschen Porsche-Werksfahrer Sascha Maassen unterstützt.
„Sascha war unser Wunschkandidat. Er stellt eine ungeheure
Bereicherung für uns dar, weil er so viel Erfahrung mitbringt.“
Der 38-Jährige war an der Ent-wicklung des RS Spyder beteiligt
und gewann 2006 mit dem Spyder die LMP2-Klasse in der American
Le Mans Series. „Für mich war jede Runde an diesem Testtag
wichtig, weil ich bislang immer auf Michelin-Reifen unterwegs
war und mich an die Dunlop-Reifen erst gewöhnen musste“,
sagte Maassen. „Das Auto reagiert einfach ein bisschen anders
damit. Insofern hätten wir uns auch bessere Testbedingungen
gewünscht, um intensiver an dem Set-up zu arbeiten. Aber
wir sind zufrieden mit dem Erreichten. Und auf gut 13 Kilo-metern
eineinhalb Sekunden langsamer zu sein als der Schnellste,
ist ein Klacks.“
Drei Porsche 911 GT3 RSR in der seriennahen GT2-Klasse
In der GT2-Klasse starten insgesamt drei Porsche 911 GT3
RSR beim 24-Stunden-Rennen. Mit den Streckenbedingungen
am Testtag kam das ame-rikanische Team Flying Lizzard am
besten zurecht. Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister war
mit 4:05,590 Minuten der Zweitschnellste in der Klasse.
Der Deutsche, dessen Vita Siege bei Langstreckenrennen in
Daytona, Sebring und Le Mans (2004, GT-Klasse) schmücken,
war zufrieden: „Die Rundenzeiten sind nur bedingt aussagefähig,
aber eines wurde deutlich: Wir liegen mit der Konkurrenz
von Ferrari auf Augenhöhe. Das stimmt uns zuver-sichtlich
für das Rennen.“
Bergmeisters Teamkollegen sind die beiden Amerikaner Johannes
van Overbeek und Seth Neiman. Die sechsbeste Zeit in der
GT2-Klasse gelang dem amerikanischen Porsche-Werksfahrer
Patrick Long (USA), der in Le Mans zusammen mit Werksfahrer
Richard Lietz (Österreich) und dem Fran-zosen Raymond Narac
für das Team IMSA Performance Matmut fährt.
Für das deutsche Team Felbermayr-Proton sind Porsche-Werksfahrer
Wolf Henzler (Deutschland), Alex Davison (Australien) und
Horst Felbermayr Senior im Einsatz. Davison war als Siebter
des Testtages der Schnellste des Trios.
Testzeiten LMP2- und GT2-Klasse
Testzeiten LMP2-Klasse
1. Verstappen/Van Merksteijn/Bleekemolen (NL/NL/NL),
Porsche RS Spyder, 3:42,191 Minuten;
2. Nielsen/Elgaard/Maassen (DK/DK/D),
Porsche RS Spyder, 3:43,736;
3. Barazi/Vergers/Moseley (DK/GB/GB),
Zytek 07S, 3:43,920;
4. Hughes/Kane/Foster (GB/GB/GB),
Embassy Zytek 3:44,166;
5. Erdos/Newton/Wallace (BR/GB/GB),
Lola MG B05-40, 3:44, 678.
Testzeiten GT2-Klasse
1. Salo/Melo/Bruni (FIN/BR/I),
Ferrari F 430 GT, 4:05,561 Minuten;
2. Bergmeister/Van Overbeek/Neiman (D/USA/USA),
Porsche 911 GT3 RSR, 4:05,590;
3. Malcucelli/Ruberti/Babini (I/I/I),
Ferrari F 430 GT, 4:06,894;
4. Bell/Sugdon/Mullen (GB/GB/GB),
Ferrari F 430 GT, 4:07,090;
5. Vilander/Biagi/Montanari (FIN/I/SMR),
Ferrari F 430 GT, 4:08,520;
6. Lietz/Narac/Long (A/F/USA),
Porsche 911 GT3 RSR, 4:10,898;
7. Davison/Henzler/Felbermayr Senior (AUS/D/A),
Porsche 911 GT3 RSR, 4:12, 879.