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14. Juni 2009

24h Le Mans, 24 Stunden von Le Mans , Rennbericht:
Sieg und Umweltwertung für Porsche RS Spyder

Die Erfolgsgeschichte des Porsche RS Spyder geht weiter: Bei den 24 Stun-den von Le Mans feierte das Team Essex (Dänemark) einen souveränen Sieg in der LMP2-Klasse. Der 440 PS starke Sportprototyp aus Weissach gewann außerdem erneut die Umweltwertung „Michelin Green X Challenge“ als das Auto mit der besten Gesamteffizienz, also dem Verhältnis aus Rundenzeiten und Kraftstoffverbrauch. Der RS Spyder des dänischen Kundenteams distan-zierte die Konkurrenten der LMP2-Klasse am Ende um 15 Runden. Der bis eine Stunde vor Rennende souverän auf Platz zwei fahrende RS Spyder des NAVI Teams GOH drehte sich beim Anbremsen der ersten Schikane auf der Hunaudières-Geraden auf der Ölspur eines Konkurrenten von der Strecke, schlug in die Leitplanken ein und schied aus. Der japanische Fahrer Seiji Ara blieb unverletzt.

„Wir sind stolz, dass der RS Spyder in Kundenhand erneut nicht nur sein hohes Tempo und seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt, sondern auch die Umweltwertung gewonnen hat. Unglaublich schade finde ich den Ausfall des zweiten RS Spyder. Das NAVI Team GOH hat eine tadellose Leistung gezeigt und hätte den zweiten Platz verdient gehabt“, sagte Porsche-Motor-sportchef Hartmut Kristen. Bereits 2008 siegte der RS Spyder bei allen Rennen und Meisterschaften in der Umweltwertung – beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans, in der American Le Mans Series und bei der euro-päischen Le Mans Series. Damit untermauerte der Porsche RS Spyder eindrucksvoll seine Stellung als der effizienteste Sportprototyp der Welt.

Collard:
"Wir hatten nicht das kleinste technische Problem am RS Spyder"

„Nach dem zweiten Platz im Vorjahr sind wir jetzt alle vor Freude über den Sieg völlig aus dem Häuschen“, sagte Essex-Fahrer Casper Elgaard (Däne-mark). „Das ist ein Riesenerfolg für unser dänisches Team, das erst 2008 mit dem Langstreckensport angefangen hat.“

Porsche-Werksfahrer Emmanuel Collard (Frankreich) ergänzte: „Der Schlüssel zum Erfolg war der RS Spyder. Wir hatten nicht das kleinste technische Problem und konnten wie auf den sprichwörtlichen Schienen unsere Runden drehen.“ Nur einmal in der Nacht gab es einen außerplanmäßigen Stopp. Vor der ersten Hunaudières-Schikane waren beide RS Spyder, dicht beieinander liegend, auf einer Ölspur ins Rutschen gekommen. Keisuki Kunimoto (NAVI Team GOH) touchierte das Essex-Auto, woraufhin an beiden Fahrzeugen Karosserieteile getauscht werden mussten.

„Unsere Mechaniker-Crew hat super professionell gearbeitet“, sagte der dritte Essex-Fahrer, Kristian Poulsen (Dänemark), der bei seinem Le-Mans-Debüt gleich einen Sieg feiern durfte. „Ich möchte mich bedanken beim Team und vor allem bei Casper und Emmanuel. Sie haben die Hauptarbeit geleistet.“

Das NAVI Team GOH, Le-Mans-Gesamtsieger von 2004 mit Seiji Ara, hatte nach vierjähriger Pause bis eine Stunde vor Rennende wie der sichere Zweite ausgesehen – mit zehn Runden Vorsprung vor dem Drittplatzierten. Die Ölspur eines Konkurrenten wurde Ara zum Verhängnis.

„Ich hatte keine Chance, als ich mit zwei Rädern beim Anbremsen auf die für mich nicht erkennbare Ölspur gekommen bin“, sagte Seiji Ara. „Es ist ein bit-teres Ende eines eigentlich großartigen Rennens. Ich bin froh, dass der RS Spyder nicht nur ein schnelles, sondern auch ein so sicheres Auto ist.“

Sein Landsmann Keisuke Kunimoto war erstmals am Start des Langstre-ckenklassikers. Porsche-Werksfahrer Sascha Maassen verneigte sich verbal: „Ich ziehe den Hut vor der Leistung des Teams. Perfekt vorbereitet, perfekte Teamwork in allen Belangen. Es tut mir so Leid, dass wir den Erfolg nicht ins Ziel bringen konnten.“ Für die perfekte Arbeit bei den Boxenstopps wurde das Team mit einem Sonderpreis des Veranstalters ausgezeichnet.

Bernhard und Dumas glänzten mit hervorragenden Rundenzeiten
Die für die 24 Stunden von Le Mans an Audi ausgeliehenen Porsche-Werks-fahrer Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich) verloren durch einen technischen Defekt ihres Audi R15 TDI mit der Startnummer 3 und eine mehrstündige Reparaturpause am Samstagabend jegliche Chance auf einen Gesamtsieg. Bei ihrer Aufholjagd vom Ende des Feldes auf Rang 18 glänzten beide mit herausragenden Rundenzeiten.

„Es tut schon weh, dass wir so früh aus dem Kampf um den Gesamtsieg aus-geschieden sind“, resümierte Bernhard. „Trotzdem hat es einen Riesenspaß gemacht, denn wir haben uns als Gäste im Audi-Team von Anfang an sehr wohl gefühlt“, ergänzte Dumas.

Großes Pech in der GT2-Klasse
In der seriennahen GT2-Klasse konnte die Doppel-Pole des 911 GT3 RSR aus dem Qualifying nicht in einen Rennerfolg umgemünzt werden. Bereits nach zwei Stunden war das Rennen für die drei Porsche-Werksfahrer Marc Lieb (Ludwigsburg), Richard Lietz (Österreich) und Wolf Henzler (Nürtingen) zu Ende. Der Elfer war wegen eines Problems mit der Benzinversorgung aus-gegangen und sprang nicht mehr an – 100 Meter vor der rettenden Boxen-einfahrt. Weil in einem solchen Fall abschleppen laut Reglement nicht ge-stattet ist, hatte das Spitzentrio des deutschen Teams Felbermayr-Proton keine Chance auf die Reparatur des ansonsten einwandfreien Elfers und musste aufgeben.

„Natürlich bin ich sehr enttäuscht“, sagte Marc Lieb. „Aber wir blicken nach vorne und freuen uns auf das nächste Rennen der Le Mans Series, wo wir unsere Meisterschaftsführung mit einem weiteren Sieg ausbauen wollen.“

Für das amerikanische Team Flying Lizard endete Le Mans 2009 in den frühen Morgenstunden mit einem heftigen Einschlag des US-Amerikaners Darren Law in die Leitplanken. Davor hatten Polesitter Jörg Bergmeister (Langenfeld) sowie Teambesitzer und Gentleman-Driver Seth Neiman (USA) den GT3 RSR auf Podiumskurs bewegt. Das französische Team IMSA Performance Matmut hielt sich mit den Porsche-Werksfahrern Patrick Pilet (Frankreich) und Patrick Long (USA) sowie Raymond Narac (Frankreich) über mehr als zwei Drittel der Renndistanz auf dem guten dritten Platz. Am Sonn-tagvormittag beendete ein Problem am Antriebsstrang den hoffnungsvollen Einsatz.

Rennergebnis LMP2
1. Elgaard/Collard/Poulsen (DK/F/DK), Porsche RS Spyder, 357 Runden
2. Kane/Leuenberger/Pompidou (GB/CH/F), Lola Judd, 343
3. Nicolet/Hein/Yvon (F/MC/F), Pescarolo Mazda, 325
4. Barazi/Bennett/Moseley (DK/GB/GB), Zytek 07S, 306

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