24h Le Mans,
24 Stunden von Le Mans , Rennbericht:
Sieg und Umweltwertung für Porsche RS
Spyder
Die Erfolgsgeschichte
des Porsche RS Spyder geht weiter: Bei den 24 Stun-den von
Le Mans feierte das Team Essex (Dänemark) einen souveränen
Sieg in der LMP2-Klasse. Der 440 PS starke Sportprototyp
aus Weissach gewann außerdem erneut die Umweltwertung „Michelin
Green X Challenge“ als das Auto mit der besten Gesamteffizienz,
also dem Verhältnis aus Rundenzeiten und Kraftstoffverbrauch.
Der RS Spyder des dänischen Kundenteams distan-zierte die
Konkurrenten der LMP2-Klasse am Ende um 15 Runden. Der bis
eine Stunde vor Rennende souverän auf Platz zwei fahrende
RS Spyder des NAVI Teams GOH drehte sich beim Anbremsen
der ersten Schikane auf der Hunaudières-Geraden auf der
Ölspur eines Konkurrenten von der Strecke, schlug in die
Leitplanken ein und schied aus. Der japanische Fahrer Seiji
Ara blieb unverletzt.
„Wir sind stolz, dass der RS Spyder in Kundenhand erneut
nicht nur sein hohes Tempo und seine Zuverlässigkeit unter
Beweis gestellt, sondern auch die Umweltwertung gewonnen
hat. Unglaublich schade finde ich den Ausfall des zweiten
RS Spyder. Das NAVI Team GOH hat eine tadellose Leistung
gezeigt und hätte den zweiten Platz verdient gehabt“, sagte
Porsche-Motor-sportchef Hartmut Kristen. Bereits 2008 siegte
der RS Spyder bei allen Rennen und Meisterschaften in der
Umweltwertung – beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans, in der
American Le Mans Series und bei der euro-päischen Le Mans
Series. Damit untermauerte der Porsche RS Spyder eindrucksvoll
seine Stellung als der effizienteste Sportprototyp der Welt.
Collard:
"Wir hatten nicht das kleinste technische Problem am RS
Spyder"
„Nach dem zweiten Platz im Vorjahr sind wir jetzt alle vor
Freude über den Sieg völlig aus dem Häuschen“, sagte Essex-Fahrer
Casper Elgaard (Däne-mark). „Das ist ein Riesenerfolg für
unser dänisches Team, das erst 2008 mit dem Langstreckensport
angefangen hat.“
Porsche-Werksfahrer Emmanuel Collard (Frankreich) ergänzte:
„Der Schlüssel zum Erfolg war der RS Spyder. Wir hatten
nicht das kleinste technische Problem und konnten wie auf
den sprichwörtlichen Schienen unsere Runden drehen.“ Nur
einmal in der Nacht gab es einen außerplanmäßigen Stopp.
Vor der ersten Hunaudières-Schikane waren beide RS Spyder,
dicht beieinander liegend, auf einer Ölspur ins Rutschen
gekommen. Keisuki Kunimoto (NAVI Team GOH) touchierte das
Essex-Auto, woraufhin an beiden Fahrzeugen Karosserieteile
getauscht werden mussten.
„Unsere Mechaniker-Crew hat super professionell gearbeitet“,
sagte der dritte Essex-Fahrer, Kristian Poulsen (Dänemark),
der bei seinem Le-Mans-Debüt gleich einen Sieg feiern durfte.
„Ich möchte mich bedanken beim Team und vor allem bei Casper
und Emmanuel. Sie haben die Hauptarbeit geleistet.“
Das NAVI Team GOH, Le-Mans-Gesamtsieger von 2004 mit Seiji
Ara, hatte nach vierjähriger Pause bis eine Stunde vor Rennende
wie der sichere Zweite ausgesehen – mit zehn Runden Vorsprung
vor dem Drittplatzierten. Die Ölspur eines Konkurrenten
wurde Ara zum Verhängnis.
„Ich hatte keine Chance, als ich mit zwei Rädern beim Anbremsen
auf die für mich nicht erkennbare Ölspur gekommen bin“,
sagte Seiji Ara. „Es ist ein bit-teres Ende eines eigentlich
großartigen Rennens. Ich bin froh, dass der RS Spyder nicht
nur ein schnelles, sondern auch ein so sicheres Auto ist.“
Sein Landsmann Keisuke Kunimoto war erstmals am Start des
Langstre-ckenklassikers. Porsche-Werksfahrer Sascha Maassen
verneigte sich verbal: „Ich ziehe den Hut vor der Leistung
des Teams. Perfekt vorbereitet, perfekte Teamwork in allen
Belangen. Es tut mir so Leid, dass wir den Erfolg nicht
ins Ziel bringen konnten.“ Für die perfekte Arbeit bei den
Boxenstopps wurde das Team mit einem Sonderpreis des Veranstalters
ausgezeichnet.
Bernhard und Dumas glänzten mit hervorragenden Rundenzeiten
Die für die 24 Stunden von Le Mans an Audi ausgeliehenen
Porsche-Werks-fahrer Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain
Dumas (Frankreich) verloren durch einen technischen Defekt
ihres Audi R15 TDI mit der Startnummer 3 und eine mehrstündige
Reparaturpause am Samstagabend jegliche Chance auf einen
Gesamtsieg. Bei ihrer Aufholjagd vom Ende des Feldes auf
Rang 18 glänzten beide mit herausragenden Rundenzeiten.
„Es tut schon weh, dass wir so früh aus dem Kampf um den
Gesamtsieg aus-geschieden sind“, resümierte Bernhard. „Trotzdem
hat es einen Riesenspaß gemacht, denn wir haben uns als
Gäste im Audi-Team von Anfang an sehr wohl gefühlt“, ergänzte
Dumas.
Großes Pech in der GT2-Klasse
In der seriennahen GT2-Klasse konnte die Doppel-Pole
des 911 GT3 RSR aus dem Qualifying nicht in einen Rennerfolg
umgemünzt werden. Bereits nach zwei Stunden war das Rennen
für die drei Porsche-Werksfahrer Marc Lieb (Ludwigsburg),
Richard Lietz (Österreich) und Wolf Henzler (Nürtingen)
zu Ende. Der Elfer war wegen eines Problems mit der Benzinversorgung
aus-gegangen und sprang nicht mehr an – 100 Meter vor der
rettenden Boxen-einfahrt. Weil in einem solchen Fall abschleppen
laut Reglement nicht ge-stattet ist, hatte das Spitzentrio
des deutschen Teams Felbermayr-Proton keine Chance auf die
Reparatur des ansonsten einwandfreien Elfers und musste
aufgeben.
„Natürlich bin ich sehr enttäuscht“, sagte Marc Lieb. „Aber
wir blicken nach vorne und freuen uns auf das nächste Rennen
der Le Mans Series, wo wir unsere Meisterschaftsführung
mit einem weiteren Sieg ausbauen wollen.“
Für das amerikanische Team Flying Lizard endete Le Mans
2009 in den frühen Morgenstunden mit einem heftigen Einschlag
des US-Amerikaners Darren Law in die Leitplanken. Davor
hatten Polesitter Jörg Bergmeister (Langenfeld) sowie Teambesitzer
und Gentleman-Driver Seth Neiman (USA) den GT3 RSR auf Podiumskurs
bewegt. Das französische Team IMSA Performance Matmut hielt
sich mit den Porsche-Werksfahrern Patrick Pilet (Frankreich)
und Patrick Long (USA) sowie Raymond Narac (Frankreich)
über mehr als zwei Drittel der Renndistanz auf dem guten
dritten Platz. Am Sonn-tagvormittag beendete ein Problem
am Antriebsstrang den hoffnungsvollen Einsatz.
Rennergebnis LMP2
1. Elgaard/Collard/Poulsen (DK/F/DK), Porsche RS Spyder,
357 Runden
2. Kane/Leuenberger/Pompidou (GB/CH/F), Lola Judd, 343
3. Nicolet/Hein/Yvon (F/MC/F), Pescarolo Mazda, 325
4. Barazi/Bennett/Moseley (DK/GB/GB), Zytek 07S, 306