Der Sieg im ADAC Rallye
Junior Cup der Saison 2005 und ein Preisgeld-Scheck über 25.000
Euro gehen an Rudi Hachenberg. Der 20-jährige DMSB-Junior aus Wermelskirchen
ist damit auch der jüngste Titelträger in der 9-jährigen Geschichte
dieser Nachwuchsserie. Konstantin Keil (24, Niestetal) fuhr bei
der OMV-ADAC-3-Städte-Rallye (04.-05.11.2005), dem achten und letzten
Saisonlauf, auf Rang drei. Den Sieg von Hachenberg konnte er zwar
nicht mehr verhindern, er sicherte sich aber den Titel und das Preisgeld
des Herbstmeisters für den punktbesten Fahrer der letzten drei Läufe.
Mit einem souveränen Sieg beim Finale in Ostbayern unterstrich Michael
Windmüller (23, Gaildorf), Sieger der Rookie-Wertung für den besten
Neueinsteiger, seine bisherigen Saisonleistungen.
Die Ausgangslage war klar: Hachenberg brauchte nur ins Ziel zu kommen
und Keil musste bei einem Ausfall des DMSB-Juniors das Finale gewinnen,
um sich doch noch an die Spitze der Cup-Wertung zu katapultieren.
„Es war unheimlich schwer, langsamer zu fahren, kein Risiko einzugehen
und dabei die Konzentration nicht zu verlieren,“ strahlte Rudi Hachenberg
erleichtert im Ziel, „aber ich war noch nie beim langsam Fahren
so glücklich.“ Mit Co-Pilotin Kathi Wüstenhagen wurde er auf der
Zielrampe einer regelrechten Sekt-Dusche unterzogen. „Eigentlich
ist es schade, dass die Saison schon vorüber ist,“ so der Dachdecker,
der gerade sein Fachabitur ‚baut’, „jetzt werden wir mal in aller
Ruhe sondieren, welches Projekt wir im nächsten Jahr angehen.“
Für Konstantin Keil und Co Bernd Hosse lief es hingegen nicht nach
Plan: Nach einem Ausrutscher auf der zweiten Prüfung und einer nicht
optimalen Reifenwahl am Vormittag war der Rückstand auf die Cup-Spitze
schon so groß, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr für den Sieg
beim Finale in Frage kamen. Erst am Nachmittag gingen sie die Zeiten
an der Spitze mit und sicherten sich mit dem dritten Platz den Sieg
in der Herbstwertung. „Der Ausfall durch die defekte Antriebswelle
im Saarland kostete uns wertvolle Punkte, und die fehlen jetzt,“
formulierte der Nordhesse.
Auch Niels Kunze war trotz Platz zwei mit dem Finale nicht wirklich
zufrie-den. „Die erste Prüfung habe ich einfach verpennt, den Rückstand
konnten wir dann nicht mehr aufholen,“ erklärte der 26-jährige Berliner.
„Und die Schlussattacke in der Dunkelheit scheiterte daran, dass
unsere Zusatz-scheinwerfer falsch eingestellt waren und nicht die
Straße, sondern die Baumwipfel ausleuchteten,“ bekannte Co-Pilot
Michael Schwendy.
Den Grundstock zum Sieg in Ostbayern legte Michael Windmüller schon
auf der ersten Wertungsprüfung: Der schwäbische Sieger der Rookie-Wertung
für den besten Neueinsteiger war am frühen Morgen sichtlich ausgeschlafen:
Die 10,01 Kilometer am Dachsberg absolvierte er zusammen mit Co-Pilot
Marco Hohloch im Regen und Nebel um sensationelle 14,4 Sekunden
schneller als seine Cup-Konkurrenten. Schnellster Verfolger war
Andreas Schrinner (24, Pohl), der den zweiten Platz bis nach der
fünften WP verteidigte, dann musste er seinen VW Polo aber mit einem
Getriebe-schaden abstellen.
Auf den restlichen Prüfungen waren alle wach, die Abstände dement-sprechend
geringer: Wie bislang üblich waren bis zu drei Junioren bei den
Fahrzeiten der einzelnen Prüfungen innerhalb einer einzigen Sekunde
anzutreffen. Nach dem gelungenen Auftakt verschaffte sich Windmüller
mit zwei weiteren Bestzeiten den Vorsprung, den er dann auch bis
auf die Zielrampe im Haslinger Hof bei Kirchham verteidigte. Insgesamt
ließ er auf den 12 WP sechs schnellste Zeiten notieren, viermal
überquerte Niels Kunze als erster Junior die Ziellinie und zweimal
gelang dies Konstantin Keil. In der Jahres-Statistik hat Keil mit
41 schnellsten Zeiten die Nase deutlich vorn, auf den Plätzen folgen
Hachenberg (26), Windmüller (20) und Kunze (15).
Resultate: OMV-ADAC-3-Städte-Rallye (04.-05.11.2005)
1. Michael Windmüller/Marco Hohloch (Gaildorf),
VW Polo GTI 1:40:13,0 Std.
2. Niels Kunze/Michael Schwendy (Berlin/Zossen),
Citroën Saxo VTS 1:40:32,0
3. Konstantin Keil/Bernd Hosse (Niestetal/Witzenhausen),
VW Polo GTI 1:42,16,5
4. Rudi Hachenberg/Kathi Wüstenhagen (Wermelskirchen/am Mellensee),
VW Polo GTI 1:46:02,6
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