26.
März 2006:
Alles
Dhünn oder was?
Eigentlich hatte ich das Kapitel Kartsport ja bereits am
Ende der Saison 2001 geschlossen. Doch nachdem mich mein
guter Freund und Ex-Rivale Florian Boxberg fragte, ob ich
nicht Lust hätte, gemeinsam mit ihm und Stephan Gerard (ebenfalls
ein Gegner aus früheren Kart-Tagen) ein 3-Stunden Indoor-Kartrennen
in Eupen zu fahren, packte mich das Fieber wieder. Ich überlegte
nicht lange herum und sagte spontan zu.
Wir starteten für den MSC Dhünn, in welchem Florian und
Stephan Mit-glieder sind und unter dessen Banner die beiden
Superkart-Slalom fahren. Neben unserem Team starteten noch
zwei andere Teams für den MSC Dhünn. Diese bestanden auch
hauptsächlich aus Superkart-Slalom Fahrern, die aber häufig
zusammenspannen und Langstrecken-Indoor-Kartrennen fahren.
Ganz im Gegensatz zu Florian und mir, denn wir beide fuhren
unser letztes Indoor-Kartrennen im Dezember 2001 in Hilden.
Damals konnten wir zwar den zweiten Platz belegen, doch
lag das ganze ja bereits über vier Jahre zurück. Der einzige
der in unserem Team "im Training" war, war Stephan, denn
er bestreitet relativ oft Indoor-Kartrennen.
Da Stephan auch die Bahn in Eupen kannte, einigten wir uns
darauf, dass er den ersten Turn im Qualifying fährt. Dieses
war mit nur 20 Minuten äußerst knapp bemessen, was natürlich
zu Folge hatte, dass man sich relativ schnell ans Kart gewöhnen
musste und pro Fahrer nur ca. 6 Minuten Zeit waren, sich
die Strecke einzuprägen. Stephan fuhr dann auch prompt die
schnellste Zeit von uns Dreien und qualifizierte uns, das
Team MSC Dhünn 2, auf Rang fünf.
Auf der Pole standen unsere Kollegen vom Team MSC Dhünn
1, gefolgt vom MSC Dhünn 3. Auf den Plätzen drei und vier
folgten die Teams AMSC Liblar 1 und 2. Da wir vor dem Rennen
beschlossen hatten, dass der schnellste im Qualifying auch
den Start fährt, fiel diese Aufgabe Stephan zu.
Nach einer Einführungsrunde hinter dem Safety-Kart wurden
die insgesamt 16 Teams dann auf die Reise geschickt. An
der Spitze behaupteten sich unsere Vereinskollegen, dahinter
aber konnte sich Stephan schnell auf Position drei schieben
und machte nun Jagd auf die beiden. Relativ zügig konnte
er die Lücke dann auch schließen und aus dem Duo, welches
um die Spitze kämpfte, wurde ein Trio.
Dann standen die ersten Fahrerwechsel an. Wir warteten mit
unserem Wechsel ein paar Runden länger als Dhünn 1 und 3,
weil wir uns ausge-rechnet hatten, dass wenn Stephan bei
freier Fahrt ein paar schnelle Zeiten hinlegen kann, wir
eventuell vor den beiden wieder auf die Strecke kommen würden.
Dann stand auch unser Wechsel an. Nun war ich an der Reihe.
Als ich aus der Box kam, sah ich weit und breit kein Team
Dhünn 1 oder 3. Scheinbar hatte unsere Taktik also funktioniert.
Nach ein paar Runden bekam ich dann allerdings Besuch. Aus
dem Augenwinkel erkannte ich hinter mir Andreas Nitzschke
vom Team Dhünn 1, der versuchte, mich durch leichtes anklopfen
davon zu überzeugen, dass ich ihm die Rolle des Leaders
überlasse. Nach einigen harten, aber fairen Zweikämpfen
konnte er mich schließlich innen überholen. Bereits nach
wenigen Runden merkte ich jedoch, dass ich schneller als
er unterwegs war und suchte wieder einen Weg an ihm vorbei.
Andy machte aber immer wieder clever die Tür zu und bot
mir keine Überholchance.
Durch diesen Zweikampf registrierte ich nicht, dass sich
Ramona Gelbach vom Team Dhünn 3 von hinten heranschlich.
Als ich sie dann endlich bemerkte, war es auch schon zu
spät. Nach einem kleinen Schubser ihrerseits stand ich quer
und sie konnte vorbeigehen. Wir waren also wieder auf Platz
drei zurückgefallen. Doch auch Ramona fand keinen Weg vorbei
an Andy.
Nachdem die beiden zum nächsten Fahrerwechsel an die Box
gingen, entschied sich unser Teamchef, auch mich noch ein
paar Runden länger fahren zu lassen. Tatsächlich konnte
ich dann auch, als ich endlich freie Fahrt hatte, ein paar
schnelle Runden hinlegen.
Und wieder ging unsere Taktik auf. Nach meinem Wechsel auf
Florian lagen wir wieder in Führung. Doch schon kurz nach
dem Fahrerwechsel musste Florian erneut an die Boxen kommen.
Der Grund: Jedes Team musste im Verlaufe des Rennens einen
Tankstopp einlegen. Nun waren also wir an der Reihe. Wir
fielen vorerst bis ins Mittelfeld zurück, doch nachdem jedes
Team seinen Tankstopp absolviert hatte, lagen wir wieder
in Führung.
Nach dem dritten Fahrerwechsel legte Stephan dann noch einmal
einen schnellen Turn hin und übergab letztmalig an den Autor.
Auch ich hatte in meinem letzten Stint keine nennenswerten
Probleme und konnte unseren Vorsprung auf das Team Dhünn
1 bei ca. 20 Sekunden halten.
Das einzige was in dieser Phase des Rennens nicht reibungslos
klappte, waren die Überrundungen. Scheinbar hatte das Hallenpersonal
vollkommen den Überblick über das Renngeschehen verloren
und schwenkte die blauen Flaggen nur sehr zaghaft. Da dieses
Problem aber alle hatten, glich sich das immer wieder aus.
Nach den letzten Fahrerwechseln des Rennens hatten wir etwas
mehr als eine halbe Runde Vorsprung auf unsere Verfolger.
Zwar nicht die Welt, aber wir wussten, dass die jeweils
dritten Fahrer unserer Gegner im Ver-gleich zu ihren Teamkollegen
etwas langsamer unterwegs waren, was bei uns nicht der Fall
war. Florian konnte also locker seinen Turn zuende fahren
und den Vorsprung sogar noch auf eine volle Runde ausbauen.
Nach 254 Runden fuhren wir dann tatsächlich als erste über
die Ziellinie. Auf Rang zwei folgten unsere Teamkollegen
vom Team MSC Dhünn 1, bestehend aus Andreas Nitzschke, Sascha
Ziefle und Manuel Schönherr. Auf Rang drei kam passend zum
Teamnamen das Team MSC Dhünn 3, für das Ramona Gelbach,
Björn Scheibe und Christopher Zeuner am Volant drehten.
Daniel Stoffel