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19.
August 2007:
Gassner
übernimmt Führung, Fahrner siegt
Die
zweite Etappe der ADAC Rallye Deutschland hielt für die Teams
der DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) die anspruchvollste
Aufgabe des Jahres bereit: 164,86 WP-km auf acht selektiven
Sonderprüfungen im Saar-land und auf dem Truppenübungsplatz
in Baumholder waren zu absolvieren – so viel wie bei keinem
anderen Lauf der Saison.
Und während Sébastien Loeb und Marcus Grönholm als Führende
im Ge-samtklassement ihren Fight um Sekunden und WM-Platzierungen
fortsetz-ten, ging es für die DRM-Teams zum zweiten Mal um
volle Punkte, denn die Samstagsetappe wurde als eigenständiger
Lauf gewertet.
In dem mit starken Gaststartern besetzten Feld konnte sich
Markus Fahrner (Schaikheim) im Opel Corsa Super 1600 in Szene
setzen. Der 2007 nicht in die DRM eingeschriebene Meister
der deutschen Super-1600-Meisterschaft 2005 feierte nach über
einjähriger Pause mit Co-Pilot Michael Wenzel (Mün-chen) ein
starkes Comeback als bestplatzierter Nicht-WM-Pilot im Feld.
In der Meisterschaft konnte Hermann Gassner (Surheim) nach
seinem Ausfall am Freitag verlorenes Terrain gut machen: Im
Mitsubishi Lancer Evo 9 holte er mit Co-Pilotin Karin Thannhäuser
(Teisendorf) hinter seinen niederlän-dischen Markenkollegen
Jasper von der Heuvel / Martina Kolmann den dritten Platz
in der Tageswertung und damit die entscheidenden Punkte, um
die DRM-Führung zu übernehmen.
Als Pechvogel des Wochenendes darf sich dagegen der bisherige
DRM-Leader Sandro Wallenwein (Stuttgart) fühlen, der im Subaru
Impreza STi auf beiden Etappen von Reifenschäden und Pannen
verfolgt war, sich mit Pauli Zeitlhofer (Österreich) aber
trotzdem bis ins Ziel durchkämpfte – und den Lauf dann jeweils
mit großem Rückstand punktelos abhaken musste.
Zum Gewinner des Wochenendes wurde der Saarländer Lars Mysliwietz.
Auf heimischem Boden konnte er mit Oliver Schumacher (Fluterschen)
auf dem Beifahrersitz im Honda Civic Type R einen Tagessieg
(Freitag) und einen dritten Platz (Samstag) in der DRM-Division
3 verbuchen. Mit 82 Punkten rückte er auf die dritte Meisterschaftsposition
vor und liegt vor der abschlie- ßenden ADMV-Lausitz-Rallye
(18. – 20. Oktober 2007) nur noch einen Punkt hinter Wallenwein
(83), Gassner führt mit 94 Punkten.
Gassner: Null-Fehler-Vorstellung
„Womit habe ich das bloß verdient“, stöhnte Sandro Wallenwein
nach den acht Samstagsprüfungen bei der ADAC Rallye Deutschland.
„Wir waren an beiden Tagen im Ziel und fahren trotzdem ohne
Punkte nach Hause. Wie bitter!“
Die zweite Nullrunde musste der Stuttgarter nach einer von
Beginn an schwierigen Etappe verbuchen. Schon auf der ersten
WP des Tages rutsche er in einer Kurve von der Strecke, steckte
anschließend im Graben fest und handelte sich vier Minuten
Rückstand ein. „Danach habe ich den ganzen Tag nichts mehr
riskiert, um mir keinen Plattfuß zu fangen“, schildert Wallenwein.
„Doch dann erwischte es uns in der letzten WP des Tages. Nach
acht Kilo-metern mussten wir einen Reifen wechseln, das hat
noch einmal dreieinhalb Minuten gekostet.“
Fehlerfrei lief es dagegen bei seinem Hauptkonkurrenten um
den DRM-Titel. Hermann Gassner spulte acht WPs ab und machte
seinem Ruf als Null-Fehler-Fahrer diesmal alle Ehre. Mit 35,3
Sekunden Rückstand auf Fahrner / Wenzel (17,3 Sekunden auf
van der Heuvel) holte er sich zugleich Punkte für den dritten
Gesamtplatz und für den zweiten Platz in der Division.
„Heute ist alles gut gelaufen“, resümierte er die zweite Etappe.
„Der Ausfall gestern war eigene Blödheit: Da bin ich ausnahmsweise
einmal zu schnell und rutsche in den Notausgang, prompt muss
ausgerechnet dort ein Beton-pfosten stehen!“
Mysliwietz erobert dritten Tabellenplatz In Top-Form zeigte
sich bei seinem Heimspiel Lars Mysliwietz, der nach der Rallye
Deutschland auf Rang drei der Tabelle vorrückt. Mit einem
Tagessieg und einem dritten Platz in seiner Division 3 (Gruppe-N
bis zwei Liter Hubraum) erntete der Piesbacher reichlich Punkte
und avanciert nun zum schärfsten Verfolger des Tabellenzweiten
Wallenwein. Gleichwohl schmerzten den Saarländer die Punkte,
die für den zweiten Divisionssieg fällig gewesen wären: „Wir
waren am Samstag viel zu vorsichtig, weil wir auf jeden Fall
einen Reifenschaden verhindern wollten. Das war wohl doch
etwas zu langsam: In der Tageswertung sind Kalle Keskinnen
und Barry Clark im Fiesta noch an uns vorbeigezogen.“
Wenig Glück hatte beim vierten DRM-Lauf Tim Stebani. Der junge
Essener musste nach seinem Sieg am Freitag die Samstagsetappe
vorzeitig been-den. Mit Co-Pilot Ferdinand Heindlmeier (Freising)
lag er auch am zweiten Tag in der DRM-Spitzengruppe, bevor
ihn ein Getriebedefekt in der vorletzten Prüfung des Tages
zur Aufgabe zwang.
Pech für die Freitagssieger Rotter und Gassner junior
Ähnlich unglücklich wie für Tim Stebani lief es auch für den
ersten Tages-sieger in der Dieselwertung: Horst Rotter (Großalmerode)
musste den DRM-Lauf als „Nullnummer“ abhaken, nachdem er am
Freitag noch die vollen Punkte kassiert hatte.
„So ein Mist“, fluchte er, nachdem ihn auf der vorletzten
WP des Tages ein Antriebswellenschaden stoppte. „Es lief so
gut, eigens für die Rallye Deutschland hatten wir eine neue
Welle eingebaut, die jetzt abgeschert ist. Ich kann es nicht
fassen.“
Den Tagessieg bei den Turbo-Selbstzündern holte der Saarländer
Patrick Anglade (Losheim), der im Opel Astra GTC TDI mit Stefan
Clemens (Thailen) eine starke Leistung zeigte und von den
95.000 Zuschauern beeindruckt war: „Es ist toll, vor einer
solchen Kulisse zu fahren.“
Den Reigen der Unglücksraben machte der Sohn des neuen Tabellenleaders
voll: Hermann Gassner junior (Surheim) hatte am Freitag noch
seine Division 4 (Gruppe-N-Fahrzeuge bis 1.600 ccm Hubraum)
als bester DRM-punkte-berechtigter Pilot abgeschlossen, musste
am Samstag dann aber aufgeben: Nach einem Überschlag auf der
vierten Prüfung des Tages konnte er sich zwar noch ins Ziel
der WP retten, stellte seinen Suzuki Swift dann aber ab. Statt
seiner holten Florian Niegel / André Kachel (Sachsendorf /
Golmsdorf, Suzuki Swift) den Tagessieg. Bestes Team mit Punkteberechtigung
wurden in der „kleinsten“ Division der DRM Tim Dämgen / Thomas
Juchmes (Sim-mern / Duppach, Suzuki Ignis Sport).
Ergebnisse DRM ADAC Rallye Deutschland, 2. Tageswertung
(Samstag): Endstand nach 8 Wertungsprüfungen (164,86 km)
1. Fahrner / Wenzel,
Opel Corsa Super 1600, 1:47:00,3 h
2. Jasper von der Heuvel / Martina Kolmann,
Mitsubishi Lancer E9, 1:47:18,3 h
3. Hermann Gassner / Karin Thannhäuser,
Mitsubishi Lancer E9, 1:47:35,6 h
4. Raimund Baumschlager / Klaus Wicha,
Mitsubishi Lancer E9, 1:47:48,1 h
5. Florian Auer / Markus Peter,
Mitsubishi Lancer E9, 1:48:26,3 h
6. Eyvind Brynildsen / Denis Giraudet,
Mitsubishi Lancer E9, 1:48:39,7 h
7. Carsten Mohe / Sebastian Walker,
Renault Clio R3, 1:49:40,5 h
8. Hans Weijs jr / Hans van Goor,
Mitsubishi Lancer E9, 1:49:55,9 h
9. Cyrill Audirac / Fabrice Gaglio,
Renault Clio R3, 1:51:04,8 h
10. Rudi Hachenberg / Tanja Neidhöfer,
Mitsubishi Lancer E8 , 1:51:14,6 h
ADAC Rallye Deutschland, 1. Tageswertung (Freitag): Endstand
nach 6
Wertungsprüfungen (128,60 km)
1. Tim Stebani / Ferdinand Heindlmeier,
Opel Corsa Super 1600, 1:23:42,6 h
2. Marcus Fahrner / Michael Wenzel,
Opel Corsa Super 1600, 1:24:45,9 h
3. Jasper von der Heuvel / Martina Kolmann,
Mitsubishi Lancer E9, 1:25:01,5 h
4. Hans Weijs jr. / Hans van Goor,
Mitsubishi Lancer E9, 1:25:55,9 h
5. Raimund Baumschlager / Klaus Wicha,
Mitsubishi Lancer E9, 1:26:45,1 h
6. Rudi Hachenberg / Tanja Neidhöfer,
Mitsubishi Lancer E8, 1:27:19,0 h
7. Florian Auer / Markus Peter,
Mitsubishi Lancer E9, 1:27:51,3 h
8. Henk Vossen / Johan Findhammer,
Mitsubishi Lancer E8, 1:28:06,0 h
9. Kevin Abbring / Harem Scholtalbers,
Mitsubishi Lancer E9, 1:28:06,8 h
10. Aleks Humar / Edo Cuck,
Citroën C2 R2, 1:28:11,6 h D
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