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Rallye-Weltmeisterschaft 2002 * 1. von 14 Läufen
70. Rallye Monte Carlo
17. bis 20. Januar 2002
Länge: 1.462,39 km *15 WP's = 405,84 km
 
Rallye-WM 2002:
Deutschland ist endlich dabei
Saisonstart mit neu gemischten Karten in Monte Carlo

von Toni Hoffmann

Monaco (th) - Am dritten Januar-Wochenende wird in Monte Carlo traditionell die neue Saison der Rallye-Weltmeisterschaft eingeläutet, und Deutschland ist endlich dabei. Erstmals hat Deutschland einen Sitz im Rallye-Oberhaus. Nach einem Anlauf über zwei Jahrzehnte ist endlich eine deutsche Rallye in die Rallye-Königsklasse aufgestiegen. Die Rallye Deutschland hat nach der letztjährigen gelungenen Generalprobe den Aufstieg geschafft und ist im diesjährigen WM-Kalender die 10. von 14 Entscheidungen. Sie findet vom 22. bis 25. August rund um die Moselmetropole Trier statt.

Die berühmte Rallye Monte Carlo, die in diesem Jahr ihre 70. Auflage feiert, ist die kürzeste und kompakteste Version in ihrer 91 Jahre alten Chronik. Die Streckenlänge der "Königin der Rallyes", die am Donnerstagabend um 18.30 Uhr vor dem berühmten Casino in Monte Carlo gestartet wird und am Sonntag gegen 15.00 Uhr am Hafen von Monaco endet, ist inzwischen auf 1 462 Kilometer geschrumpft. 15 Prüfungen über etwas mehr als 400 Kilometer in den fran-zösischen Seealpen sind die ersten Saisonentscheidungen. Monaco ist erstmals auch Start und Ziel der drei Etappen. Durften in den glorreichen Monte-Tagen noch 180 Teams in fünf europäischen Städten an den Start gehen, so erfolgte in diesem Jahr ein radikaler Schnitt. Nur 56 Teams aus 19 Nationen sind diesmal startberechtigt. Der Veranstalter begründet dies mit Platznot für die Teams und den großen Servicetross im engen Fürstentum.

Der Transfer-Markt ist geschlossen, das Hickhack um den neuen Weltmeister Richard Burns (Großbritannien), er darf nun statt eines Subaru Impreza einen Peugeot 206 steuern, ist endlich vorbei, die Teams haben sich materiell und gerade personell neu formiert. Dafür hat jetzt Subaru den vierfachen Rekord-Weltmeister und dreimaligen Monte-Sieger Tommi Mäkinen, der nach siebenjähriger erfolgreicher Zusammenarbeit Mitsubishi verließ, in seinem Kader. Peugeot wird nach der Burns-Verpflichtung erneut den WM-Titel in beiden Disziplinen (Fahrer- und Marken-WM) verteidigen. Für den Saisonauftakt hat Peugeot-Sportdirektor Corrado Provera vorerst nur einen Wunsch: Seine 206 endlich im Ziel zu sehen. In den beiden letzten Jahren kam nämlich kein Werks-Peugeot ins monegassische Ziel.

Auch die Deutschen Armin Schwarz/Manfred Hiemer (Oberreichenbach/ München) haben den Stall gewechselt. Nach dreijähriger mehr oder weniger glückloser Tätigkeit bei Skoda sitzen sie zum Saisonstart erstmals in einem Hyundai Accent. Während der Wahl-Monegasse Schwarz in den Vorjahren sehr vorsichtig mit seinen Monte-Prognosen war, hat er bei seiner Hyundai-Premiere sein Ziel konkreter definiert: "Ich möchte auf jeden Fall in die Punkteränge fahren." Im letzten Jahr belegte er im Skoda Octavia den überraschenden vierten Platz.

Seinen Einstand als Ford-Werksfahrer gibt der dreimalige deutsche Meister und amtierende Europameister Armin Kremer (Friedrichsruhe). Zusammen mit seinem neuen Beifahrer Klaus Wicha (Bad Karlshafen) startet er auf einem Ford Focus, gleiches Modell pilotieren auch der Spanier Carlos Sainz und der Schotte Colin McRae, in seine sechs Läufe umfassende WM-Saison. 1997 wurde er in Monte Carlo auf einem seriennahen Mitsubishi Lancer Zehnter, ein Jahr später fuhr er im von Subaru Deutschland eingesetzten Gruppe A-Impreza auf den achten Gesamtplatz.

In der neuen Junior-WM, die bei sechs Läufen ausgefahren wird, suchen zwei weitere Deutsche ihre Chance. Sein WM-Debüt gibt Sven Haaf (Windeck), der zusammen mit seinem erfahrenen Co-Piloten Michael Kölbach (Dachsenhausen) auf einem Citroen Saxo 1600 seine ersten WM-Meriten einfahren möchte. Sein unmittelbarer Klassenkonkurrent ist Nikolaus Schelle (Hohenpeißenberg), der zusammen mit seinem Stammbeifahrer Gerhard Weiß (München) auf einem 1600er Suzuki Ignis gegen ihn und 26 weitere Bewerber in der Junior-WM antritt.

Die Deutschen bei der Monte:
Klares Ziel von Hyundai-Neuling Schwarz:
Punkte sammeln
Europameister und Ford-Debütant Kremer:
Gute Zeiten fahren und durchkommen

von Toni Hoffmann

Monaco (th) - Es ist schon fast eine Ewigkeit her, dass ein deutsches Team die berühmte Rallye Monte Carlo gewonnen hat. Der letzte deutsche "Monte"- Triumph liegt mittlerweile 18 Jahre zurück. 1984 waren Walter Röhrl/Christian Geistdörfer (Regensburg/München) die letzten deutschen Sieger. Viermal und auf vier verschiedenen Fahrzeugen gewann der zweifache Weltmeister Röhrl (1980 und 1982) das Drift-Spektakel in den französischen Seealpen. Bislang konnte kein Deutscher seine Nachfolge antreten, auch wenn es mehrmals danach aussah.

In diesem Jahr gehen bei der 70. Auflage der "Königin der Rallyes" vier deutsche Teams an den Start des Auftaktes zur Rallye-Weltmeisterschaft 2002. Die meiste "Monte"-Erfahrung hat Armin Schwarz (Oberreichenbach). In diesem Jahr macht der 39 Jahre alte Franke in seiner Wahlheimat das Dutzend seit 1990 voll. Seine "Monte"-Bilanzkurve ist geprägt von Hausse und Baisse. Mehrmals führte er das Feld an, doch zum großen Durchbruch reichte es am Ende nie. Seine beste Platzierung erreichte in seinem Europameister-Jahr 1996, als er im Toyota Celica Dritter wurde. Im letzten Jahr fuhr zusammen mit seinem Münchner Beifahrer Manfred Hiemer im eher schwachbrüstigen Skoda Octavia auf einen überraschenden vierten Platz.

Die Skoda-Zeiten sind nach drei Jahren vorbei, in Monaco starten die Beiden in ihrem neuen Team auf einem Hyundai Accent in ihre erste komplette WM-Saison. In den letzten Jahren war Schwarz mit seinen Prognosen beim WM-Auftakt immer zurückhaltend, jetzt hat er sein Ziel schon klarer definiert: "Ich möchte in die Punkte fahren. Man soll sich sein Ziel so hoch wie möglich stecken und so dicht wie möglich herankommen", erklärte Schwarz. Die Messlatte ist in der Tat hoch, denn alle sieben Werksteams und mehr als 20 Weltklassefahrer sind diesmal am Start. "Die Monte hat ihre eigenen Gesetze, weil es bei ihr viele unbekannte Faktoren gibt. Ich bin aber optimistisch, zumal im Team sehr professionell gearbeitet wird. Der Hyundai lässt sich leicht fahren, ist handlich, und von seiner Größe her habe ich mehr Platz zum Driften", ergänzte Schwarz.

Die Monte Nummer drei steht beim dreifachen deutschen Meister und amtie-renden Europameister Armin Kremer (Friedrichsruhe) an. 1997 erreichte er im seriennahen Mitsubishi Lancer den zehnten Gesamtplatz, ein Jahr später fuhr im Gruppe A-Subaru Impreza auf den achten Rang vor. In diesem Jahr darf er sich mit dem Status Ford-Werksfahrer schmücken und bei sechs WM-Läufen einen Focus wie seine Kollegen Carlos Sainz (Spanien) und Colin McRae (Schottland) steuern. Für sein Debüt im Ford Focus hat der 33-Jährige ein realistisches Ziel: "Unser Ziel ist es, bei der Rallye fehlerfrei durchzukommen und mit einigen guten Zeiten auf uns aufmerksam zu machen", meinte Kremer, neben dem Klaus Wicha (Bad Karlshafen) sitzt und dessen Ford von Erwin Weber (Neufahrn) betreut wird.

In der neu geschaffenen Junior-WM, die bei sechs Läufen ausgefahren wird, treffen die beiden anderen deutschen Teams aufeinander. Nikolaus Schelle (Hohenpeißenberg), der zusammen mit seinem Münchner Beifahrer Gerhard Weiß auf einem 1600er Suzuki Ignis startet, hat schon etwas "Monte"-Luft geschnuppert. 1994 führte er im Fiat Cinquecento das Feld der "Rallye-Bonsai" klar an, fiel dann aber aus. Dagegen geben Sven Haaf (Windeck) und Michael Kölbach (Winterwerb/Taunus) im 1,6 Liter-Citroen Saxo ihren WM-Einstand.
 
 
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