3. Etappe:
Fünfter
Saisonsieg für Grönholm
* Ford in der Marken-WM wieder vorne
* Erste Podiumsplatzierung für Henning Solberg
* Manfred Stohl holt den letzten WM-Punkt
Der Finne
Marcus Grönholm hat mit seinem fünften Saisonsieg beim
13. Lauf zur Rallye-WM in der Türkei seine hauchdünne
Chance auf seine dritte Welt-meisterschaft nach 2000
und 2002 gewahrt. In Abwesenheit des franzö- sischen
Doppelweltmeisters und WM-Spitzenreiters Sébastien Loeb,
der wegen einer komplizierten Oberarmfraktur nach einem
Mountainbike-Unfall pausieren musste, reduzierte der
WM-Zweite mit seinem 23. Gesamtsieg seinen Rückstand
bei noch drei ausstehenden Rallyes um zehn Punkte auf
nun 25 Zähler zu Loeb.
Bei der vorerst zum letzten Mal zur WM zählenden Rallye
Türkei fuhr der 36 Jahre alte Grönholm im Ford Focus
einen komfortablen Vorsprung von 2:23,4 Minuten auf
seinen Landsmann und Teamkollegen Mikko Hirvonen heraus,
der damit sein bislang bestes WM-Ergebnis erzielte.
Mit dem achten Doppelsieg in der WM für Ford, den letzten
gab es für das englische Team im März 2004 in Mexiko
mit dem Esten Markko Märtin und dem Belgier François
Duval, löste der Marken-Weltmeister 1979 den bisherigen
Spitzenreiter Kronos-Citroen (145 Zähler) um acht Punkte
an der Spitze ab.
Seine erste Podiumsplatzierung erreichte der Norweger
Henning Solberg, der im Peugeot 307 des österreichischen
OMV-WM-Teams mit einem Rückstand von 3:06,0 Minuten
den dritten Platz einfuhr. Sein jüngerer und bekannterer
Bruder Petter, dessen Saison-Pechsträhne sich auch in
der Türkei fortsetzte, blieb nach seinem Unfall auf
der vorletzten Prüfung am Samstag ohne Punkte. Der Weltmeister
von 2003 und Vize-Champion belegte nach dem erlaubten
Re-Start zur Finaletappe den 13. Platz (Rückstand: 10:02,2
Minuten).
Loebs Stellvertreter
Colin McRae (Schottland), erstmals seit September 2005
wieder im WM-Einsatz, musste auf der letzten Prüfung,
in die er als Gesamt-sechster startete, mit überhitztem
Motor des Citroen Xsara aufgeben. Mit dem achten Platz
(Rückstand: 4.30,3 Minuten) verteidigte der Wiener Manfred
Stohl im zweiten OMV-Peugeot 307 seinen fünften WM-Rang
(34 Punkte).
"Die Bedingungen waren einfach unglaublich. So etwas
habe ich noch nie erlebt", meinte der Türkei-Sieger
Grönholm. "Natürlich freue ich mich über diesem Sieg,
auch wenn er mir in der Weltmeisterschaft nur wenig
weiterhilft. Wichtig aber ist, dass wir mit diesem Doppelsieg
in der Marken-Weltmeister-schaft, die für mich und das
Team absolute Priorität hat, wieder vorne sind."
Der 13. WM-Lauf in der Türkei begann nach tagelangen
Regenfällen und Stür-men mit einem Wetter-Chaos. Drei
Prüfungen mussten am Freitag wegen Unbefahrbarkeit und
aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Am Samstag-vormittag
normalisierte sich zwar die Situation, am Nachmittag
aber sorgten im Taurus-Gebirge Regen und sogar Schneefälle
wieder für schlammige Pisten.