|
02. Dezember
2007 -3. Etappe:
Loeb zum vierten Mal hintereinander
Champion
* Dritter Saisonsieg und vierter WM-Triumph für
Hirvonen
* Rallye der Abschiede
Geschafft
- vierter WM-Titel für Sébastien Loeb
|
Im Schongang ist der Franzose Sébastien Loeb im Citroen
C4 zu seinem vierten Titel hintereinander in der Rallye-Weltmeisterschaft
gefahren. Dem 33-jährigen Titelverteidiger reichte beim
WM-Finale in Wales hierfür ein dritter Platz. Der 36fache
Rekordsieger egalisierte damit die bisherige Bestmarke
des Finnen Tommi Mäkinen (1996 bis 1999). "Das ist für
mich ein beson-derer Titelgewinn, weil ich um diesen
bis zum Schluss gekämpft habe", freute sich der frischgebackene
Champion, der bislang dreimal vorzeitig Welt-meister
geworden war, am Sonntagmittag in der walisischen Hauptstadt
Cardiff. "Ich habe mich bewusst aus dem Spitzenkampf
herausgehalten und versucht, jedes Risiko zu vermeiden."
Aussteiger Grönholm ohne Chance gegen fehlerfreien
Loeb
Sein finnischer Herausforderer Marcus Grönholm, der
sich nach seinem 150. WM-Start als Vize-Champion in
den Ruhestand verabschiedet, hatte auf dem sehr schmierigen
Geläuf in den walisischen Wäldern mit seinem Ford Focus
keine Chance, gegen den taktisch agierenden Loeb seinen
dritten WM-Titel nach 2000 und 2002 aus eigener Kraft
zu gewinnen. Sein zweiter Platz 15,2 Sekunden hinter
seinem in diesem Jahr zum dritten Mal siegreichen Lands-mann
und Ford-Teampartner Mikko Hirvonen war zu wenig, um
das Titel-wunder noch zu ermöglichen. Loeb hätte sich
bei Grönholms Ehrenrang nicht besser als auf der achten
Position platzieren dürfen, kam aber mit einem Rückstand
von 1:33,0 Minuten auf Hirvonen als Dritter ins Ziel.
Dritter
Saisonsieg und vierter WM-Triumph für Mikko
Hirvonen
|
"Ich
hatte bis zum Schluss auf einen Fehler von Loeb gehofft,
aber den Gefallen hat er mir nicht getan. Sébastien
hat verdient die Weltmeisterschaft gewonnen", zollte
der 30fache Gesamtsieger Grönholm dem neuen und alten
Champion Lob, der ihn um vier Punkte im bis zum Schluss
offenen Titel-kampf schlug.
Ford-Chance für Latvala?
Bereits vor zwei Wochen in Irland hatte Ford seinen
Titel in der Marken-WM vorzeitig verteidigt. In Wales
feierte Ford seinen vierten Doppelsieg in diesem Jahr.
Mit zehn von 16 möglichen Bestzeiten hat sich der finnische
Gesamt-zehnte Jari-Matti Latvala (Rückstand: 10:42,4
Minuten) im privaten Focus als Grönholm-Nachfolger bei
Ford empfohlen.
Rekordjäger Loeb
Loeb setzte mit dem vierten Titelgewinn einen weiteren
Meilenstein in seiner von Rekorden begleiteten Karriere.
Mit 36 Erfolgen führt er eindeutig die Sie-gerliste
an. Auf seiner Siegerkarte der aktuellen WM sind nur
noch Finnland und Wales zwei weiße Flecken. In diesem
Jahr gewann er in Deutschland als erster Pilot die gleiche
Rallye sechs Mal in Folge. 2005 war er der erste Fahrer,
der in einer Saison zehn von 16 Läufen gewonnen hatte.
In dem Jahr war er es, der erstmals sechs Läufe in Serie
für sich verbuchen konnte. Bei seinem Heimsieg auf Korsika
2005 fügte er eine weitere Bestmarke hinzu, als er dort
alle Prüfungen für sich entscheiden konnte. Vier Meistertitel
und 36 Gesamtsiege, alle im Citroen mit der gleichen
Automobilmarke, auch das ist ein Rekord.
Der gelernte Elektriker und einstige Kunstturner aus
dem Elsass gewann 2001 im Citroen Saxo die Junior-WM,
was ihm ein Jahr später ein Stamm-Cockpit im Werks-Citroen
Xsara einbrachte. Seinen ersten Sieg feierte er bei
der deutschen WM-Premiere am 25. August 2002 in Trier.
Schnell hatte sich der einstige Asphaltspezialist zu
einem Allrounder gemausert. Seinen ersten Schottersieg
feierte er 2004 auf Zypern, 15 weitere Erfolge auf Schotter
soll-ten folgen. Das schönste Geschenk zu seinem 36.
Rekordsieg vor zwei Wochen in Irland machte ihm seine
Frau Séverine, als sie am 21. November Tochter Valentine
zur Welt brachte.
Rallye der Abschiede
Sein vierter WM-Titel ist nun sein Abschiedsgeschenk
an seinen 62 Jahre alten Sportchef Guy Fréquelin, der
zum Saisonende in Rente geht. Nach zwei Jahren mit allen
32 gewonnenen Läufen und vier Titeln (zwei Fahrer, zwei
Marken) verabschiedet sich auch die Michelin-Tochter
BFGoodrich, die in diesem Jahr alle Werksteams mit Reifen
ausrüstete, aus der WM. Den Zuspruch für die Lieferung
der 2008 vorgeschriebenen Einheitsreifen für alle allradgetriebenen
Fahrzeuge bekam der italienische Konkurrent Pirelli.
Servus sagte auch das auf dem fünften Markenrang liegende
OMV-Team aus Österreich, das sich ganz aus dem Rallyesport
zurückzieht. In der Fahrer-WM erreichte OMV-Pilot mit
dem achten Wales-Platz (Rückstand: 8.54,6) im Citroen
Xsara WRC mit 13 Punkten den neunten WM-Rang (2006:
WM-Vierter) und sein OMV-Team mit 45 Punkten den fünften
Platz in der Marken-Wertung.
|