20. Mai 2007
- 3. Etappe:
Grönholm
nach zweitem Saisonsieg neuer Tabellenführer
*Stohl
auf Platz acht
* Burkart auf Rang 18
Der Rallye-Vizemeister
Marcus Grönholm hat sich mit der italienischen Mittelmeerinsel
Sardinien versöhnt. Nach zwei Pech-Jahren in Italien landete
der zweifache Ex-Champion (2000 und 2002) im Ford Focus
nach Schweden seinen zweiten Saisonsieg. Ford gelang mit
Grönholms Landsmann Mikko Hirvonen (Rückstand: 29,2 Sekunden)
der zweite Saison-Doppelsieg zum elften Mal in der Rallye-WM
ein Doppelschlag.
Grönholm profitierte vom Fahrfehler des dreifachen französischen
Welt-meisters Sébastien Loeb, der mit einem komfortablen
Vorsprung von 36,5 Sekunden auf Grönholm in die Schlussetappe
des siebten WM-Laufes ge-startet war. In Italien gilt
die "13" als Glückszahl, für den Titelverteidiger Loeb,
der in den beiden letzten Jahren auf der italienischen
Mittelmeerinsel gewon-nen hatte, jedoch war die 13. Prüfung
sein Schicksal. Als Spitzenreiter rutschte er mit seinem
Citroen C4 in einem Graben. Das dabei abgerissene linke
Vorderrad zwang Loeb zur Aufgabe. "Es war mein Fehler.
Ich war nach einer Kuppe einfach zu schnell. Mit dem Heck
habe ich eine Böschung ge-troffen, wir sind in einem Graben
gerutscht und haben einen Felsen getroffen. Dabei wurde
das linke Vorderrad abgerissen", erklärte der ent-täuschte
Loeb, mit 32 Gesamtsiegen Rekordhalter, sein Missgeschick.
"Um diesen Sieg habe ich schwer gekämpft und auch einiges
einstecken müssen", sagte Grönholm. "Nach dem Ausfall
von Loeb sah ich keinen Anlass mehr, noch etwas zu riskieren."
Der 39-jährige Grönholm übernahm mit seinem 27. Laufsieg
nach dem vierten Lauf in Mexiko mit 55 Punkten wieder
die Tabellenspitze sieben Zähler vor dem entthronten Loeb.
Der Marken-Weltmeister Ford setzte sich mit dem zweiten
Saison-Doppelsieg nach Norwegen mit 99 Punkten um 21 Zähler
vom dreifachen Titelgewinner Citroen weiter ab.
Den dritten Rang mit einem Rückstand von 1.21,8 Minuten
sicherte sich Loebs spanischer Teamkollege Daniel Sordo,
gefolgt mit einem Abstand von 14,8 Sekunden vom norwegischen
Ford-Privatfahrer Henning Solberg und dessen jüngerer
Bruder Petter (Rückstand: 2:34,2 Minuten).
Mit dem 18. Gesamtrang (Rückstand: 35:31,8 Minuten) erreichte
der 24-jährige Berliner Ingenieur-Student Aaron Burkart
zusammen mit seinem Beifahrer Michael Kölbach (Winterwerb)
im Citroen C2 bei seinem 14. WM-Start sein bislang bestes
Ergebnis in der Rallye-WM. Im Klassement der Junior-WM
holte er den vierten Platz vor Katrin Becker (Meiningen)
als Co-Pilotin des Esten Jaan Mölder im Suzuki Swift.
"Ich freue mich über diesen Erfolg. Gegen Ende hat uns
etwas Leistung gefehlt", meinte Burkart. Der Wiener Privatfahrer
Manfred Stohl belegte im OMV-Citroen Xsara mit einem Rückstand
von 5.28,6 Minuten den siebten Platz.