02. September
2007:
Grönholm im Foto-Finish gegen Loeb zum 30.
Sieg
* Vorsprung von Grönholm nur 7,5 Meter nach 353
km auf Bestzeit!
* Stohl auf Rang 12
Herzschlag-Finale bei der Rallye Neuseeland - mit einem
echten Foto-Finish endete der elfte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft
auf der anderen Seite der Erdkugel. Mit dem bislang in 28
WM-Jahren knappsten Vorsprung eines Wimperschlags von nur
3/10-Sekunden auf den dreifachen französischen Weltmeister
Sébastien Loeb erzielte der Finne Marcus Grönholm im Ford
Focus seinen 30. Gesamtsieg und fünften Saisonerfolg. Mit
seinem fünften Neuseeland-Triumph baute der zweifache Titelgewinner
(2000 und 2002) seine Tabellenführung auf 90 Punkte aus
und vergrößerte damit seinen Abstand zum Titelrivalen Loeb
um zwei auf zehn Zähler. Sein Landsmann und Ford-Teampartner
Mikko Hirvonen wurde erneut Dritter (Rückstand: 1:42,8 Minuten).
"Es war ein unglaublicher Kampf. Dieser Sieg ist fantastisch
für meine Titelchance", jubelte der 39-jährige Grönholm
im Ziel in der neuseelän-dischen Stadt Hamilton. "Das war
der knappste und beste Kampf in meiner ganzen Karriere.
Ich bin überglücklich, diesen gewonnen zu haben. Nicht einmal
einen Schaltfehler durfte man sich erlauben, sonst wäre
der Sieg verloren gewesen."
"Wir waren immer auf Augenhöhe zu Marcus, haben wirklich
unser Bestes gegeben", fügte sich der fünffache Saisonsieger
und sechsmalige Deutsch-land-Triumphator Loeb in sein historisches
Schicksal. "Vielleicht haben wir auch deswegen verloren,
weil wir zu weiche Reifen aufgezogen hatten, als es zu regen
begann." Der Rekordhalter Loeb (33 Gesamtsiege) erzielte
neun von 18 möglichen Bestzeiten, Grönholm acht. "Wir müssen
jetzt un-sere Chance bei den beiden kommenden Asphalt-Rallyes
in Spanien und auf Korsika suchen", ergänzte der als Asphaltspezialist
bekannte Loeb (33 Jahre).
Welch ein Finale, das als das dramatischste in die WM-Chronik
eingehen dürfte. Der Thriller-Spezialist Alfred Hitchcock
hätte den Neuseeland-Krimi am Finaltag nicht spannender
inszenieren können. Mehrmals wechselte auf den letzten sieben
Prüfungen die Führung zwischen Grönholm und Loeb. Die Entscheidung
fiel auf der letzten nur 3,14 km langen Prüfung in Hami-lton,
in die Grönholm mit nur 7/10-Sekunden auf Loeb gestartet
war.
Loeb setzte zwar seine neunte Bestmarke, war aber nur 4/10-Skunden
schneller als Grönholm, der mit nur 3/10-Sekunden Vorsprung
letztlich ge-wann - drei Zehntelsekunden Abstand nach mehr
als 353 Kilometer auf Bestzeit, das sind etwa 7,5 Meter
oder weniger als zwei Wagenlängen.
In der Marken-WM setzte sich Weltmeister und Spitzenreiter
Ford (159 Punkte) um inzwischen 46 Zähler vom dreifachen
Titelgewinner Citroen weiter ab. Nach dem Scheitern am ersten
Tag gab es für den Wiener Privatfahrer Manfred Stohl im
vom österreichischen OMV-WM-Team ein-gesetzten Citroen Xsara
mit dem zwölften Rang (Rückstand; 16:51,0 Minu-ten) noch
ein versöhnliches Ende bei seiner Lieblingsrallye.
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