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48. Rallye Schweden
(12. bis 14. Februar 1999)
2. von 14 WM-Läufen
 


Weltmeister Mäkinen wiederholte Vorjahressieg vor Sainz


Ergebnisse:
Zweiter von 14 Läufen zur Fahrer- und Marken-WM, zum FIA-Zweiliter-Cup und zum FIA-Gruppe N-Cup
Streckenlänge: 1478,40 km
19 WP's = 384,40 km
3 Etappen
Start und Ziel: Karlstad
Gestartet: 102 Teams
Klassiert: 64

1. Tommi Mäkinen/Risto Mannisenmäki
(FIN/FIN), Mitsubishi Lancer Evo. VI,
3 h 29'15,6"
2. Carlos Sainz/Luis Moya
(E/E), Toyota Corolla WRC, 18,1" zur.
3. Thomas Radström/Fred Gallagher
(S/GB), Ford Focus WRC, 37,8" zur.
4. Didier Auriol/Denis Giraudet
(F/F), Toyota Corolla WRC, 40,3" zur.
5. Richard Burns/Robert Reid
(GB/GB), Subaru Impreza WRC, 5'49,3" zur.
6. Juha Kankkunen/Juha Repo
(FIN/FIN), Subaru Impreza WRC, 5'54,4" zur.
7. Pasi Hagström/Tero Gardemeister
(FIN/FIN), Toyota Corolla WRC, 8'24,0" zur.
8. Markko Märtin/Toomas Kitsing
(EE/EE), Ford Escort WRC, 9'42,0" zur.
9. Freddy Loix/Sven Smeets
(B/B), Mitsubishi Carisma GT, 10'06,2" zur.
10. Bruno Thiry/Stephane Prevot
(B/B) Subaru Impreza WRC, 10'33,3" zur.
13. Jouka Puhakka/Jakke Honkanen
(FIN/FIN), Mitsubishi Lancer Evo, IV
(Sieger - Gruppe N), 15'32,9" zur.
21. Per Svan/Johan Olsson
(S/S), Opel Astra Kit-Car,
(Sieger - Zweiliter), 20'55,2" zur.

WM-Stände nach 2 von 14 Läufen:
Fahrer:
1. Mäkinen: 20 Punkte
2. Kankkunen: 7
2. Auriol: 7
4. Sainz: 6
5. Radström: 4
6. Delecour: 2
7. Thiry: 2
8. Liatti: 1

Marken:
1. Mitsubishi: 20 Punkte
2. Toyota: 13
3. Subaru: 10
4. Seat: 5
5. Ford: 4

Zweiliter-Cup:
1. Renault: 16 Punkte
1. VW: 16

Gruppe N-Cup:
1. Duez: 13 Punkte
1. Puhakka: 13
3. Trelles: 9
4. Waldfridsson: 8
5. Spiliotis: 5
5. Paasonen: 5

Bestzeiten-Verteilung:
Mäkinen: 9
Sainz: 7
Auriol: 2
Radström: 1

Führungspositionen:
W SP 1: Sainz
W SP 2 -WSP 6: Mäkinen
W SP 7: Sainz
WP 8 - WP 19: Mäkinen


Die schwedische Rallye-Hochburg bleibt weiter die letzte uneinnehmbare Bastion der Skandinavier. Dafür sorgten der Weltmeister Tommi Mäkinen und Risto Mannisenmäki im Mitsubishi Lancer mit der Wiederholung ihres Vorjahressieges. Carlos Sainz scheiterte im Toyota Corolla zum vierten Mal in Folge, als erster Nichtskandinavier den schwedischen Rallye-Klassiker zu gewinnen. Der zweifache Weltmeister und Vizechampion Sainz und Luis Moya mußten sich mit einem Rückstand von 18" wie in den drei Jahren zuvor mit dem Ehrenrang begnügen. Mit seinem zweiten Saisonsieg und seinem 17. WM-Erfolg baute der dreifache Weltmeister und Titelverteidiger Mäkinen seine Tabellenführung auf 20 Punkte aus und hat nun einen Vorsprung von 13 Zählern auf die gemeinsamen Zweiten Didier Auriol, der im Toyota den vierten Platz erreichte, und dem vierfachen Rekord-Champion Juha Kankkunen, der im Subaru Impreza den sechsten Rang belegte.
In der Marken-WM festigte Weltmeister Mitsubishi nach dem zweiten WM-Lauf seine Spitzenposition mit 20 Punkten und liegt mit seinem 28. WM-Triumph nun sieben Punkten vor dem neuen Tabellenzweiten Toyota und zehn Zähler vor dem WM-Dritten Subaru. Damit zog Mitsubishi mit dem zehnfachen Marken-Weltmeister Lancia gleich, der zuvor als einziges Team sechs WM-Läufe hintereinander gewann. Für Mitsubishi war dies in Schweden der fünfte Volltreffer.
"Es war diesmal wegen der sehr unterschiedlichen Bedingungen schwieriger als im letzten Jahr zu gewinnen. Die ganze Rallye über lastete ein grosser Druck auf mir, aber ich fühlte mich dennoch grossartig. Ich bin stolz darauf, dass ich für den sechsten Mitsubishi in Folge gesorgt habe. Wir haben gewonnen und damit unsere WM-Führung in der Fahrer- und in der Marken-Wertung solide ausgebaut", sagte freudestrahlend der souveräne WM-Spitzenreiter Mäkinen, der zum dritten Mal nach 1996 und 1998 in Schweden gewann, bei der Zielankunft.
"Natürlich hätte ich gerne hier gewonnen. Ich habe auch deswegen alles gegeben. Doch Tommi Mäkinen war wieder einmal nicht zu schlagen. Ich bin froh, daß ich hier Zweiter geworden bin und auch meine ersten WM-Punkte holen konnte. Es ist für mich ein gutes Ergebnis. Für mich hat die WM hier erst richtig begonnen", erklärte der vierfache Schweden-Zweite Sainz, der damit in der WM mit sechs Punkten auf den vierten Rang kam. Vor der Rallye sagte Sainz unter Vertrauten: "Ein Sieg hier in Schweden wäre das größte für mich und würde mir mehr bedeuten als ein WM-Titel, da habe ich schon zwei." Er wird sich auf das nächste Jahr wieder vertrösten müssen. Er war auf der ersten Etappe nahe dran. Er blieb am ersten Tag immer in 'Sichtweite' von Mäkinen, lag nach der sechsten Prüfung gerade zwei Zehntelsekunden hinter dem Finnen, den er auf der nächsten Entscheidung um genau eine Sekunde an der Spitze ablöste. Und schon sahen fast alle Sainz als Tagessieger, weil die letzte Prüfung der ersten Etappe nur 2,10 Kilometer lang war. Doch die entschied Mäkinen für sich. Sainz verlor hier 2,7" und damit den Etappensieg oder hat ihn absichtlich verloren, um am zweiten Tag nicht als erstes Fahrzeug auf die Strecke zu müssen und für die anderen den Schneepflug zu spielen, nicht anders ist seine Aussage nach der SP 7 zu deuten: "Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich morgen als Erster auf die Strecke soll."
Doch seine Taktik ging nicht auf, weil es diesmal nicht so viel Schnee gab. Thomas Radström, der im letzten Jahr bis zu seinem Ausfall im Toyota Corolla WRC sein WM-Heimspiel anführte, fuhr bei seiner Ford-Premiere mit dem neuen Focus mit einem Rückstand von 37,8" auf den dritten Rang, der Ford nach der Disqualifikation in Monte Carlo die ersten vier WM-Punkte mit dem neuen Focus brachte. Auf dem vierten Rang liefen am Sonntagnachmittag im Ziel in Karlstad Didier Auriol/Denis Giraudet (Toyota Corolla) vor den beiden Subaru Impreza mit Richard Burns/Robert Reid und Juha Kankkunen/Juha Repo ein. Auriol, der auf der letzten Entscheidung seine zweite Bestmarke setzte, verpaßte damit um 2,5" Sekunden noch den letzten Podiumsplatz.
Die Kategorie der seriennahen Fahrzeuge holte der Finne Jouko Puhakka im Mitsubishi Lancer seinen ersten Gruppensieg in Schweden. Um 11,4" verwies er seinen einheimischen Markenkollegen und Vorjahressieger Stig-Olav Waldfridsson, der lange Zeit führte, auf den zweiten Platz, gefolgt von dem Finnen Jani Paasonen auf einem weiteren Mitsubishi.
In der Wertung des FIA-Zweiliter-Cups sah alles nach einem Sieg für Hyundai unter dem dreifachen Schweden-Sieger Kenneth Eriksson aus, doch ging auf der letzten Prüfung der Motor im Coupé hoch und Eriksson schied aus. Zuvor war bereits der Schotte Alister McRae, der jüngere Bruder von Colin McRae, ebenfalls mit Motorschaden ausgeschieden. Damit erhielt die Hoffnung von Hyundai, in dieser Kategorie den Titel zu holen, einen harten Dämpfer. So ging der Sieg in der Formel 2, die gewaltig an Bedeutung verloren hat, an den Schweden Per Svan im Opel Astra Kit-Car mit einem Vorsprung von 1'09,3" zu seinem Landsmann Harri Joki im VW Golf KitCar. In der FIA-Wertung aber zog VW mit 16 Punkten mit Renault an der Spitze gleich.
In diesem Jahr gab es in Schweden weniger Schnee als sonst. Es fehlten hauptsächlich die bei den Fahrern so beliebten Schneebänke, an die sich beim Driften mit dem Fahrzeug anlehnen konnten und die auch ein höheres Sicherheitsgefühl gaben. So kam auf einigen Prüfungen der Schotter durch, was aber den Spikesreifen nicht gerade besonders bekam und die Fahrer zu einer etwas vorsichtigeren Fahrweise zwang. Manche Piloten, wie zum Beispiel Juha Kankkunen, der während des ganzen Rallyes Probleme mit den Reifen beklagte ("uns flogen öfter die Spikes um die Ohren"), hatten kaum noch Grip, weil die Spikes entweder rausgeflogen waren oder so locker waren, dass das Fahrzeug fast schwamm.
Wie im Vorjahr hatte Colin McRae in Schweden kein Glück. Auf der sechsten Prüfung kam er mit seinem Ford Focus WRC auf der Bremsscheibe ins Ziel, nachdem er bei seinem Abflug ins Gebüsch hinten rechts einen Felsen traf und dabei mit einem abgescherten Rad mehr als eine Minute verlor. Er blieb dennoch auf dem fünften Rang. Auf der ersten Entscheidung des zweiten Tages durfte McRae einpacken. "Wir waren sieben Kilometer in der Prüfung, als der Motor Wasser verlor. Wir hielten an und wollten gerade die Motorhaube öffnen, als wir sahen, dass der Motor keine Kompression mehr hatte und ausging. Das war es dann", erklärte McRae. Nach Aussagen von Teamchef Malcolm Wilson ist die Ursache noch nicht bekannt. Dies soll in England genau untersucht werden.
Den Totalausfall des McRae-Clans machte der jüngere Bruder Alister komplett, der seinen Hyundai, bis dahin in der Formel 1 auf Rang zwei, in der SP 12 ebenfalls mit Motorschaden abstellte.

 

 

   







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