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Weltmeister
Mäkinen wiederholte Vorjahressieg vor Sainz
Ergebnisse:
Zweiter von 14 Läufen zur Fahrer- und Marken-WM,
zum FIA-Zweiliter-Cup und zum FIA-Gruppe N-Cup
Streckenlänge: 1478,40 km
19 WP's = 384,40 km
3 Etappen
Start und Ziel: Karlstad
Gestartet: 102 Teams
Klassiert: 64
1. Tommi Mäkinen/Risto Mannisenmäki
(FIN/FIN), Mitsubishi Lancer Evo. VI,
3 h 29'15,6"
2. Carlos Sainz/Luis Moya
(E/E), Toyota Corolla WRC, 18,1" zur.
3. Thomas Radström/Fred Gallagher
(S/GB), Ford Focus WRC, 37,8" zur.
4. Didier Auriol/Denis Giraudet
(F/F), Toyota Corolla WRC, 40,3" zur.
5. Richard Burns/Robert Reid
(GB/GB), Subaru Impreza WRC, 5'49,3" zur.
6. Juha Kankkunen/Juha Repo
(FIN/FIN), Subaru Impreza WRC, 5'54,4" zur.
7. Pasi Hagström/Tero Gardemeister
(FIN/FIN), Toyota Corolla WRC, 8'24,0" zur.
8. Markko Märtin/Toomas Kitsing
(EE/EE), Ford Escort WRC, 9'42,0" zur.
9. Freddy Loix/Sven Smeets
(B/B), Mitsubishi Carisma GT, 10'06,2" zur.
10. Bruno Thiry/Stephane Prevot
(B/B) Subaru Impreza WRC, 10'33,3" zur.
13. Jouka Puhakka/Jakke Honkanen
(FIN/FIN), Mitsubishi Lancer Evo, IV
(Sieger - Gruppe N), 15'32,9" zur.
21. Per Svan/Johan Olsson
(S/S), Opel Astra Kit-Car,
(Sieger - Zweiliter), 20'55,2" zur.
WM-Stände nach 2 von 14 Läufen:
Fahrer:
1. Mäkinen: 20 Punkte
2. Kankkunen: 7
2. Auriol: 7
4. Sainz: 6
5. Radström: 4
6. Delecour: 2
7. Thiry: 2
8. Liatti: 1
Marken:
1. Mitsubishi: 20 Punkte
2. Toyota: 13
3. Subaru: 10
4. Seat: 5
5. Ford: 4
Zweiliter-Cup:
1. Renault: 16 Punkte
1. VW: 16
Gruppe N-Cup:
1. Duez: 13 Punkte
1. Puhakka: 13
3. Trelles: 9
4. Waldfridsson: 8
5. Spiliotis: 5
5. Paasonen: 5
Bestzeiten-Verteilung:
Mäkinen: 9
Sainz: 7
Auriol: 2
Radström: 1
Führungspositionen:
W SP 1: Sainz
W SP 2 -WSP 6: Mäkinen
W SP 7: Sainz
WP 8 - WP 19: Mäkinen
Die schwedische Rallye-Hochburg bleibt weiter die letzte uneinnehmbare
Bastion der Skandinavier. Dafür sorgten der Weltmeister Tommi Mäkinen
und Risto Mannisenmäki im Mitsubishi Lancer mit der Wiederholung
ihres Vorjahressieges. Carlos Sainz scheiterte im Toyota Corolla
zum vierten Mal in Folge, als erster Nichtskandinavier den schwedischen
Rallye-Klassiker zu gewinnen. Der zweifache Weltmeister und Vizechampion
Sainz und Luis Moya mußten sich mit einem Rückstand von 18" wie
in den drei Jahren zuvor mit dem Ehrenrang begnügen. Mit seinem
zweiten Saisonsieg und seinem 17. WM-Erfolg baute der dreifache
Weltmeister und Titelverteidiger Mäkinen seine Tabellenführung auf
20 Punkte aus und hat nun einen Vorsprung von 13 Zählern auf die
gemeinsamen Zweiten Didier Auriol, der im Toyota den vierten Platz
erreichte, und dem vierfachen Rekord-Champion Juha Kankkunen, der
im Subaru Impreza den sechsten Rang belegte.
In der Marken-WM festigte Weltmeister Mitsubishi nach dem zweiten
WM-Lauf seine Spitzenposition mit 20 Punkten und liegt mit seinem
28. WM-Triumph nun sieben Punkten vor dem neuen Tabellenzweiten
Toyota und zehn Zähler vor dem WM-Dritten Subaru. Damit zog Mitsubishi
mit dem zehnfachen Marken-Weltmeister Lancia gleich, der zuvor als
einziges Team sechs WM-Läufe hintereinander gewann. Für Mitsubishi
war dies in Schweden der fünfte Volltreffer.
"Es war diesmal wegen der sehr unterschiedlichen Bedingungen schwieriger
als im letzten Jahr zu gewinnen. Die ganze Rallye über lastete ein
grosser Druck auf mir, aber ich fühlte mich dennoch grossartig.
Ich bin stolz darauf, dass ich für den sechsten Mitsubishi in Folge
gesorgt habe. Wir haben gewonnen und damit unsere WM-Führung in
der Fahrer- und in der Marken-Wertung solide ausgebaut", sagte freudestrahlend
der souveräne WM-Spitzenreiter Mäkinen, der zum dritten Mal nach
1996 und 1998 in Schweden gewann, bei der Zielankunft.
"Natürlich hätte ich gerne hier gewonnen. Ich habe auch deswegen
alles gegeben. Doch Tommi Mäkinen war wieder einmal nicht zu schlagen.
Ich bin froh, daß ich hier Zweiter geworden bin und auch meine ersten
WM-Punkte holen konnte. Es ist für mich ein gutes Ergebnis. Für
mich hat die WM hier erst richtig begonnen", erklärte der vierfache
Schweden-Zweite Sainz, der damit in der WM mit sechs Punkten auf
den vierten Rang kam. Vor der Rallye sagte Sainz unter Vertrauten:
"Ein Sieg hier in Schweden wäre das größte für mich und würde mir
mehr bedeuten als ein WM-Titel, da habe ich schon zwei." Er wird
sich auf das nächste Jahr wieder vertrösten müssen. Er war auf der
ersten Etappe nahe dran. Er blieb am ersten Tag immer in 'Sichtweite'
von Mäkinen, lag nach der sechsten Prüfung gerade zwei Zehntelsekunden
hinter dem Finnen, den er auf der nächsten Entscheidung um genau
eine Sekunde an der Spitze ablöste. Und schon sahen fast alle Sainz
als Tagessieger, weil die letzte Prüfung der ersten Etappe nur 2,10
Kilometer lang war. Doch die entschied Mäkinen für sich. Sainz verlor
hier 2,7" und damit den Etappensieg oder hat ihn absichtlich verloren,
um am zweiten Tag nicht als erstes Fahrzeug auf die Strecke zu müssen
und für die anderen den Schneepflug zu spielen, nicht anders ist
seine Aussage nach der SP 7 zu deuten: "Ich bin mir noch nicht sicher,
ob ich morgen als Erster auf die Strecke soll."
Doch seine Taktik ging nicht auf, weil es diesmal nicht so viel
Schnee gab. Thomas Radström, der im letzten Jahr bis zu seinem Ausfall
im Toyota Corolla WRC sein WM-Heimspiel anführte, fuhr bei seiner
Ford-Premiere mit dem neuen Focus mit einem Rückstand von 37,8"
auf den dritten Rang, der Ford nach der Disqualifikation in Monte
Carlo die ersten vier WM-Punkte mit dem neuen Focus brachte. Auf
dem vierten Rang liefen am Sonntagnachmittag im Ziel in Karlstad
Didier Auriol/Denis Giraudet (Toyota Corolla) vor den beiden Subaru
Impreza mit Richard Burns/Robert Reid und Juha Kankkunen/Juha Repo
ein. Auriol, der auf der letzten Entscheidung seine zweite Bestmarke
setzte, verpaßte damit um 2,5" Sekunden noch den letzten Podiumsplatz.
Die Kategorie der seriennahen Fahrzeuge holte der Finne Jouko Puhakka
im Mitsubishi Lancer seinen ersten Gruppensieg in Schweden. Um 11,4"
verwies er seinen einheimischen Markenkollegen und Vorjahressieger
Stig-Olav Waldfridsson, der lange Zeit führte, auf den zweiten Platz,
gefolgt von dem Finnen Jani Paasonen auf einem weiteren Mitsubishi.
In der Wertung des FIA-Zweiliter-Cups sah alles nach einem Sieg
für Hyundai unter dem dreifachen Schweden-Sieger Kenneth Eriksson
aus, doch ging auf der letzten Prüfung der Motor im Coupé hoch und
Eriksson schied aus. Zuvor war bereits der Schotte Alister McRae,
der jüngere Bruder von Colin McRae, ebenfalls mit Motorschaden ausgeschieden.
Damit erhielt die Hoffnung von Hyundai, in dieser Kategorie den
Titel zu holen, einen harten Dämpfer. So ging der Sieg in der Formel
2, die gewaltig an Bedeutung verloren hat, an den Schweden Per Svan
im Opel Astra Kit-Car mit einem Vorsprung von 1'09,3" zu seinem
Landsmann Harri Joki im VW Golf KitCar. In der FIA-Wertung aber
zog VW mit 16 Punkten mit Renault an der Spitze gleich.
In diesem Jahr gab es in Schweden weniger Schnee als sonst. Es fehlten
hauptsächlich die bei den Fahrern so beliebten Schneebänke, an die
sich beim Driften mit dem Fahrzeug anlehnen konnten und die auch
ein höheres Sicherheitsgefühl gaben. So kam auf einigen Prüfungen
der Schotter durch, was aber den Spikesreifen nicht gerade besonders
bekam und die Fahrer zu einer etwas vorsichtigeren Fahrweise zwang.
Manche Piloten, wie zum Beispiel Juha Kankkunen, der während des
ganzen Rallyes Probleme mit den Reifen beklagte ("uns flogen öfter
die Spikes um die Ohren"), hatten kaum noch Grip, weil die Spikes
entweder rausgeflogen waren oder so locker waren, dass das Fahrzeug
fast schwamm.
Wie im Vorjahr hatte Colin McRae in Schweden kein Glück. Auf der
sechsten Prüfung kam er mit seinem Ford Focus WRC auf der Bremsscheibe
ins Ziel, nachdem er bei seinem Abflug ins Gebüsch hinten rechts
einen Felsen traf und dabei mit einem abgescherten Rad mehr als
eine Minute verlor. Er blieb dennoch auf dem fünften Rang. Auf der
ersten Entscheidung des zweiten Tages durfte McRae einpacken. "Wir
waren sieben Kilometer in der Prüfung, als der Motor Wasser verlor.
Wir hielten an und wollten gerade die Motorhaube öffnen, als wir
sahen, dass der Motor keine Kompression mehr hatte und ausging.
Das war es dann", erklärte McRae. Nach Aussagen von Teamchef Malcolm
Wilson ist die Ursache noch nicht bekannt. Dies soll in England
genau untersucht werden.
Den Totalausfall des McRae-Clans machte der jüngere Bruder Alister
komplett, der seinen Hyundai, bis dahin in der Formel 1 auf Rang
zwei, in der SP 12 ebenfalls mit Motorschaden abstellte.
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