Oschersleben
war nie ein gutes Pflaster für Michael Bartels. Seine Vorstel-lung
dereinst in der DTM, als er mit dem Opel in der ersten Startreihe
stand, blieb genauso unbelohnt wie sein Auftritt beim FIA
GT-Rennen im letzten Jahr, als er im Maserati MC12 ebenfalls
aus Startreihe eins losfuhr. Ent-sprechend kämpferisch zeigte
sich Bartels vor dem Start des Rennens. End-lich sollte
auch in der Magdeburger Börde der ersehnte Sieg her. Die
Vor-zeichen zumindest standen sehr gut. Der Vitaphone-Maserati
MC12 von Bartels/Andrea Bertolini startete von der Pole
Position.
Und heuer nahm auch das Rennen einen perfekten Verlauf für
den Pletten-berger. Nach 3:01:11,822 Stunden fuhren Bartels/Bertolini
als Erste über die Ziellinie. Das Geheimnis dieser Triumphfahrt
waren einmal mehr die Reifen von Partner Pirelli. Dabei
gab es am Anfang des Rennwochenendes noch einige Probleme
mit selbigen. Im freien Training am Freitag lasen die italienischen
Pneus nämlich noch zu viele Steine und Metallstückchen auf.
Doch fürs Rennen zauberten die Italiener einen perfekten
Reifen aus dem Hut. Dies war der entscheidende Faktor zum
Sieg.
Von den im Rennen hervorragenden Klebeeigenschaften der
Pirellis profitierte auch das Schwesterfahrzeug von Bartels/Bertolini.
Jamie Davies/Thomas Biagi kamen auf Rang zwei ins Ziel und
machten den Maserati-Doppelsieg perfekt. Dabei stand das
Rennen des zweiten Maseratis eigentlich unter keinem guten
Stern. Davies/Biagi hatten zwar die viertschnellste Trainingszeit
hingelegt, mussten das Rennen aber wegen der Zwischenfälle
aus Brünn (überharte Fahrweise von Biagi) vom letzten Startplatz
aus in Angriff nehmen.
Doch auch in Oschersleben fiel die Paarung Davies/Biagi
negativ auf. Diesmal war Jamie Davies derjenige, der zum
Rüpel des Feldes avancierte, als er Karl Wendlinger im Race
Alliance-Aston Martin von der Strecke bugsierte. Vor dem
Rennen hatte Race Alliance aufgrund von mangelnder Konkurrenz-fähigkeit
der Dunlop-Reifen kurzfristig den Reifenpartner gewechselt
und startete erstmals auf Michelin-Gummi. Doch mangels Testfahrten
konnte das Team von Aston Martin Importeur Richard Karner
und Flugunternehmer Lukas Lichtner-Hoyer noch keinen Profit
daraus ziehen.
Bis zum nächstem Rennen, dem 24-Stunden Klassiker in Spa,
will man aber nun ausgiebig testen. Auch Zakspeed zeigte
in Oschersleben wieder eine gute Performance. Sascha Bert
stellte den Saleen S7-R trotz 70 kg Ge-wichtsballast und
kleinerem Heckflügel auf Startplatz zwei. Im Rennen reichte
es für Bert/Jarek Janis aufgrund von Bremsproblemen dann
zwar nur zu Platz vier, über den dürften die beiden aber
gar nicht so unglücklich sein. Denn nun kommen 20 Kilo Ballast
raus. Auch Phoenix Racing reiste zufrieden aus Oschersleben
ab. Jean-Denis Deletraz/Andrea Piccini im Aston Martin DBR9
beendeten das Rennen nach feiner Fahrt auf dem dritten Rang.
Ein Glanzlicht konnten in Oschersleben auch zwischenzeitlich
Christophe Bouchut/Michele Bartyan im RS-Line Lamborghini
Murciélago setzen. Nach der ersten Rennstunde lag man auf
einem tollen vierten Rang. Doch dann flog das Auto aufgrund
von Bremsproblemen vehement ab. In diesem Team stehen ohnehin
große Veränderungen an. Norbert Walchhofer (B-Racing) will
sich von seinem Partner Rainer Stiefel (RS-Line) trennen
und zusammen mit dem Schweizer Ex-F3 Teamchef Gianni Bianchi
(KMS) ein neues Team gründen. Dieses soll dann die Einsätze
des Murciélago an der Rennstrecke im Auftrag von Walchhofer
leiten.
GT2 Klasse: Ferrari dominiert
In der GT2 Klasse avanciert der neue Ferrari F430 langsam,
aber sicher zum Platzhirsch. Nathan Kinch/Andrew Kirkaldy
im Scuderia Ecosse F430 siegten vor dem AF Corse F430 von
Mika Salo/Rui Aguas und dem zweiten Ecosse F430 von Chris
Niarchos/Tim Mullen. Porsche spielte diesmal keine Rolle.
Der schnellste Zuffenhausener mit Emmanuel Collard/Luca
Riccitelli am Steuer kam nur auf den fünften Rang.
Daniel Stoffel