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FIA GT-Meisterschaft 2006 - 10 Läufe
1. Lauf - 05. - 07.05. - Silverstone
Stände nach
1 von 10 Läufen
GT1
1 Bertolini
10
2 Bartles
10
3 Janis
8
4 Bert
8
5 Babini
6
6 Gollin
6
7 Bouchut
5
8 Braham
5
9 Biagi
4
10 Davis
4
GT2
1 Bobbi
10
2 Melo
10
3 Collard
8
4 Riccitelli
8
5 Salo
6
6 Aguas
6
7 Ried
5
8 Felbermayr jr.
5
9 Tomlinson
4
10 Dean
4
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Der GT-Auftakt in Silverstone im
Visier eines jungen Motorsportfans:

Die Taktik macht´s


Besonders einladend präsentierte sich der Silverstone International Circuit beim Auftakt zur FIA GT-Meisterschaft nicht. Über das gesamte Wochenende schüttete es auf der Traditionsstrecke in Northamptonshire wie aus Kübeln. Deshalb wurde bereits das Qualifying zu einer Lotterie. Letztendlich sicherten sich Mike Hezemans, Anthony Kumpen und Bert Longin in der neuen Corvette C6-R die Pole Position vor Sascha Bert/Jarek Janis im Zakspeed Saleen S7-R und Deletraz/Piccini im Phoenix Aston-Martin DBR9.

Am Rennsonntag schien Petrus dann ein Einsehen mit den Protagonisten zu haben. Zwar regnete es noch bis in die Startphase des 3-Stunden Rennens hinein, doch der Niederschlag wurde immer weniger und auch die Außentemperatur stieg wieder stetig an. Beim Start ging es dennoch reichlich chaotisch zu. Frank Diefenbacher im Race-Alliance Aston Martin DBR9 verlor auf der noch nassen Piste die Kontrolle über sein Fahrzeug und crashte in seinen Teamkollegen Karl Wendlinger im Schwesterfahrzeug.

Diefenbachers Aston rollte an Ort und Stelle aus, Wendlinger konnte vorerst weiterfahren. Doch auch das Fahrzeug des Kufsteiners hatte den Crash nicht unbeschadet überstanden. Denn der Treffer von "Diefi" landete genau in der rechten Flanke des DBR9 und drückte den Auspuff ein, sodass die Leistung in den Keller fiel. Außerdem riss eine Luftleitung vom Wagenhebersystem und die Aufhängung wurde beschädigt. Dies führte später dazu, dass Philipp Peter in seinem Turn ein Rad verlor und ausschied.

Auch Polesitter Mike Hezemans hatte beim Start kein glückliches Händchen, denn nach einem massiven Quersteher fiel der Niederländer bis auf den achten Rang zurück. Ein garstiges Untersteuern der Vette verhinderte in der Folge, dass die GLPK Mannschaft wieder den Anschluss zur Spitzengruppe herstellen konnte. Andrea Piccini im mit Regenreifen bestückten Phoenix Aston-Martin übernahm die Führung. Doch die mehr und mehr abtrocknende Piste zwang den Italiener, bereits nach einer halben Stunde die Box zum Reifenwechsel aufzusuchen.

Jarek Janis im Zakspeed-Saleen fightete nun mit dem Vitaphone Maserati MC12 von Bartels/Bertolini um die Führung. Beide waren auf Intermediate-Reifen ins Rennen gegangen, was sich nun auf der immer trockener werdenden Strecke voll auszahlte. Der zweite Vitaphone MC12 mit Jamie Davies am Steuer drehte sich bereits in der Startrunde und verlor wertvollen Boden. Beim Boxenstopp wurde dem Briten dann anstatt einer Dose Scheibenklar das dünne Sprühöl WD40 auf die Windschutzscheibe gesprüht, weil beides in gleich aussehenden Behältern war.

In der Folge irrten Davies/Biagi dann mit einem Ölfilm vor Augen durch Silverstone, konnten am Ende aber immerhin noch Rang fünf retten. Für das Schwesterfahrzeug lief es dagegen wesentlich besser. Zwar stoppte der MC12 von Bartels/Bertolini einmal mehr als der Zakspeed Saleen, doch beim letzten Boxenstopp bekam Michael Bartels keine neuen Reifen mehr aufge-schnallt. Dieser Zeitvorteil und die Tatsache, dass Janis in der Endphase des Rennens einmal kurz ins Aus rumpelte, sicherte Michael Bartels und Andrea Bertolini den Sieg bei der "Tourist Trophy".

Rang zwei belegte trotz des Ausrutschers und einem daraus resultierenden Zeitverlust von ca. sechs Sekunden der Zakspeed-Saleen S7-R von Jarek Janis und Sascha Bert. Das Podium komplettierten Fabrizio Gollin und Fabio Babini im BMS-Aston Martin DBR9. David Brabham und Christophe Bouchut kamen im Cirtek-Aston Martin nur auf Gesamtrang vier. Der unterschiedliche Fahrstil der beiden machte das Finden einer gemeinsamen Abstimmung äußerst kompliziert. Deshalb konnten "Brabs" und Bouchut während des gesamten Rennens nie richtig aufgeigen.

Neuwagen schlägt Oldie

In der GT2 Klasse setzte der neue Ferrari F430 das erste Glanzlicht der Saison. Zumindest beim Rennen in Silverstone war der GT2-Neuling dem in seiner Basis bereits acht Jahre alten Porsche 996 GT3 überlegen. Andrew Kirkaldy im Scuderia-Ecosse Ferrari F430 führte das Rennen in der An-fangsphase an. Doch bereits nach acht Runden platzte der Wasserschlauch zwischen Motor und Kühler. Das Schwesterfahrzeug von Tim Mullen und Chris Niarchos strandete nach 26 Runden mit exakt demselben Defekt.

Nun lag der AF Corse Ferrari F430 von Jamie Melo/Matteo Bobbi in Front. Im weiteren Rennverlauf gelang es aber dem Ebimotors Porsche 996 GT3 RS mit Emanuel Collard und Luca Riccitelli am Steuer, den Ferrari mächtig einzu-heizen. Prompt fielen diese aus dem Verbrauchsfenster heraus. Matteo Bobbi musste es deswegen in der Schlussphase sehr langsam angehen lassen, um nicht noch einmal zu einem Splash & Dash an die Boxen kommen zu müs-sen.

Den musste dafür das Schwesterfahrzeug mit Mika Salo/Rui Aguas einlegen und verlor dadurch Platz zwei. Diesen erbten Collard/Riccitelli, die aber am Sieg von Bobbi/Melo nichts mehr ändern konnten. Chrsitian Ried/Horst Felbermayr jr. kamen auf einen ausgezeichneten vierten Rang, während sich Wolfgang Kaufmann mit Position sieben begnügen musste.

Daniel Stoffel

 
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