13. April 2008
- Volvo-Info:
Holprig und vielversprechend in einem
Beim ersten Lauf zur Deutschen Langstrecken-Meisterschaft
auf dem Nür-burgring kam der Volvo S60 des PSR-Teams zwar
nicht ins Ziel - aber Teamchef Danny Berk gab sich trotzdem
zufrieden mit dem Potenzial, das sowohl der Volvo als auch
die neue Chevrolet Corvette an den Tag gelegt hatten. Kurzfristig
musste PSR umdisponieren.
Statt des angedachten Zweiliter-Motors mussten Remo und André
Lips im Volvo S60 noch einmal mit dem bewährten Fünfzylinder
antreten und damit in der angestammten 2,5-Liter-Klasse starten.
Denn ein Zulieferer-Teil für den Antriebsstrang war nicht
rechtzeitig eingetroffen, um den kürzer und leichter bauenden
Zweiliter-Vierzylinder im Motorraum anzubinden. Remo Lips
er-zielte mit dem Fünfzylinder die Pole Position in seiner
Klasse.
"Aber dabei", fiel dem Zürcher auf, "traten immer wieder Fehlzündungen
auf, die immer ärger wurden. Die Runde wäre mit einem sauber
laufenden Motor noch schneller gegangen."
Die Fehlzündungen wurden nach eingehender Untersuchung auf
fehlerhaft montierte Konnektoren zurückgeführt. "Wir haben
im Winter einen ganz neuen Kabelbaum erstellt", erklärte Teamchef
Danny Berk. "In einer Steckverbindung stimmte etwas nicht,
sodass bei bestimmten Vibrationen vom Fahrbetrieb immer die
Fehlzündungen auftraten."
Die Adenauer Mechaniker behoben den Fehler, mussten dazu aber
bis un-mittelbar vor Beginn des Rennens schrauben. Remo Lips
schaffte es daher nicht, seinen Platz auf der Startaufstellung
einzunehmen, sondern musste aus der Boxengasse nachstarten.
An deren Ausfahrt gab es vor der roten Ampel zunächst Diskussionen
mit den Streckenposten, ob der Volvo über-haupt noch ins Rennen
gehen dürfte. Die Rennleitung gab den Start nach einer entsprechenden
Vorsprache schließlich frei - aber Lips konnte dem Feld nur
mit einer Runde Rückstand hinterher hecheln.
Sowohl Remo Lips als auch sein Bruder André machten in ihren
Törns mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam und stellten
auch den Anschluss wieder her. "Aber in meinem Törn hörte
ich plötzlich alarmierende Geräusche im Auto", erinnerte sich
André Lips. "Weil wir nach den Fehlzündungen aus dem Training
vorgewarnt waren, stellte ich das Auto sicherheitshalber ab,
um keinen teuren Motorschaden zu riskieren."
Teamchef Berk war mit der Präventiv-Maßnahme einverstanden:
"Was vor allem ermutigend war - die meisten Autos fuhren wegen
einiger Regelände-rungen und wegen der teilweise neu asphaltierten
Nordschleife langsamere Rundenzeiten. Aber wir fuhren genau
so schnell wie letztes Jahr - trotz der Fehlzündungen. Unsere
Entwicklungsschritte haben also gegriffen. Das gilt auch für
unsere neue Chevrolet Corvette."
Mit der probten Fredy Lienhard jr. und Thomas Koll am Sonnabend
weiter den Ernstfall. Koll legte im Training eine Zeit hin,
die für Startplatz 3 in der Klasse SP8 reichte - hinter einem
Lamborghini Gallardo und der Dodge Viper von Zakspeed.
"Das Auto ist unglaublich gutmütig zu fahren", lobte Koll.
"Das macht sich auf der Nordschleife voll bezahlt." Lienhard/Koll
griffen allerdings nicht ins Rennen ein. Denn auch im amerikanischen
Muscle Car kündigten verdächtige Geräusche einen Motorschaden
an.
"Weil wir den Motor noch nicht so gut kennen"; begründete
Teamchef Berk, "haben wir aus Sicherheitsgründen auf den Start
verzichtet, um in Ruhe analysieren zu können, wo die Geräusche
her kamen. Das ist ein ganz normaler Teil unseres Entwicklungsprozesses,
die Corvette bis zum 24-Stunden-Rennen im Sommer konkurrenzfähig
und zuverlässig zu kriegen."
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