27. April 2008:
Die Stunde der Underdogs: Premierensieg für
HISAQ
Beim zweiten Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft
schlug die Stunde der Underdogs. Nach Unfällen und technischen
Defekten der Topteams waren Frank Stippler (Bad Münstereifel)
und Marino Franchitti (Schottland) im Porsche 911 GT3 RSR
zur Stelle, und sicherten HISAQ-Competition den ersten Sieg
auf der Nordschleife. Erst vor zwei Wochen feierte das Team
beim Auftaktrennen der Langstreckenmeisterschaft sein Debüt
- noch nie konnte ein neues Team so schnell einen Gesamtsieg
erzielen. Auf Platz zwei wurden Klaus Dieter Frers (Delbrück),
Jörg Hardt (Bonn) und Patrick Bernhard (Magdeburg) im Porsche
911 GT3 RSR der Paragon AG abgewinkt. Der Rückstand nach 27
gefahrenen Runden betrug 1:22.164 Minuten. Georg Weiß (Monschau),
Michael Jacobs (Roetgen) und Peter-Paul Pietsch (Leonberg)
machten im 911 GT3 den Porsche-Dreifach-sieg perfekt.
Bei frühlingshaften Bedingungen rund um den Nürburgring nahmen
230 Fahr-zeuge das Zeittraining zum 50. ADAC ACAS H&R-Cup
auf, zum Jubiläums-rennen des AC Altkreis Schwelm starteten
208 Fahrzeuge.
„Das ist einfach unglaublich: von einem Sieg auf der Nordschleife
habe ich geträumt, seitdem ich das erste Mal von dieser außergewöhnlichen
Renn-strecke gehört habe“, freute sich Marino Franchitti,
der beim zweiten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft
sein drittes Rennen in der ‚Grünen Hölle‘ fuhr. „Wir haben
einen Podiumsplatz angestrebt und stehen nun ganz oben - fantastisch.“
Stippler verriet, dass der Sieg nicht so deutlich war, wie
auf den ersten Blick vermuten lässt: „Nachdem die Porsche
von Land und Manthey ausgeschie-den waren, hatten wir an der
Spitze etwas Luft. Zum Ende des Rennens mussten wir jedoch
sehr taktieren, da wir ein Problem mit der Kraftstoffzufuhr
hatten.“ Für Stippler war es der vierte Sieg in der Meisterschaft,
für Porsche der 135. Erfolg in der populärsten Breitensportserie
Europas. Frers/Hardt/ Bernhard fuhren zum ersten Mal in der
Langstreckenmeisterschaft auf das Podium.
„Beim Auftakt waren wir mit unserem Fahrzeug nicht zufrieden“,
sagte Frers. „In den vergangenen 14 Tagen haben wir daran
gearbeitet und das Ergebnis zeigt, dass wir offensichtlich
alles richtig gemacht haben.“
Über die Wintermonate weiterentwickelt wurde auch der Porsche
des Wo-chenspiegel Team Manthey. Beim zweiten Lauf ernteten
die Fahrer nun die Früchte. „Ein Langstreckenrennen gewinnt
man nicht in der ersten Kurve“, sagte Pietsch. „Wir sind heute
mit konstant schnellen Rundenzeiten und einer guten Portion
Gelassenheit durchgefahren - das Geheimnis unseres Er-folges.“
Bert Lambrecht, Jean Francois Hemroulle (beide Belgien) und
Lance David Arnold fuhren in einem weiteren Manthey-Porsche
auf Platz vier. Als Fünfte beendeten Stefan Kissling (Schuld)
und Hannu Luostarinen (Finnland) den zweiten Lauf des Jahres
in der Chevrolet Corvette von Kissling-Motorsport.
„Unsere Zielsetzung für die erste Saisonhälfte war, mit der
Corvette Erfahrun-gen zu sammeln“, so Kissling. „Dass wir
bereits im zweiten Einsatz auf Platz fünf im Gesamtklassement
gefahren sind und zudem den Klassensieg in der SP8 herausfahren
konnten, zeigt das Potential dieses Projekts.“
Ein weiteres Kissling-Fahrzeug, der Opel Astra GTC der Vorjahresmeister
Marco Wolf (Lohmar), Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche (beide
Hückeswagen), rettete sich mit einem nahenden Motorschaden
als Klassensieger bei den VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum
ins Ziel.
Die Liste der Ausfälle beim 50. ADAC ACAS H&R-Cup ist lang
- am Ende wurden 141 Fahrzeuge gewertet. Nach Setup-Problemen
im Zeittraining nutzte Land-Motorsport das Rennen als Test,
um die Entwicklung des neuen Porsche weiter voranzutreiben.
Nach nur sechs Runden war die Fahrt der Trainingsschnellsten,
Tom Coronel, Duncan Huisman (beide Niederlande) und Sascha
Bert (Ober-Ramstadt), beendet.
Das Zakspeed-Trio fiel nach einem technischen Defekt an der
Dodge Viper GTS-R aus. Ein Auspuffschaden am Porsche 911 GT3
RSR von Timo Bernhard (Dittweiler), Romain Dumas (Schweiz)
und Marcel Tiemann (Mona-co) bedeutete das Aus für Manthey-Racing
nach zehn Runden.
Einem Unfall fiel nach 16 Runden das Opel Astra V8 Coupé von
Volker Strycek (Dehrn), Andreas und Ralf Schall (beide Dornstadt)
zum Opfer.
Wechsel an der Tabellenspitze der BFGoodrich Langstrecken-
meisterschaft
Die neuen Tabellenführer der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft
Nürburgring sind Timo Schupp und Andreas Herwerth (beide Bretzfeld).
Zusammen mit Werner Gusenbauer (Plochingen) fuhr das Duo im
BMW M3 zum zweiten Klassensieg bei den VLN-Serienwagen bis
3.000 ccm Hubraum. Auf Platz zwei in der Meisterschaft liegen
nach zwei Läufen Jürgen Nett (Mayen) und Rolf Schütz (Andernach),
die sich auch den zweiten Sieg in der Honda Civic Cup-Klasse
sicherten. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde,
als sich Nett an den lange Zeit führenden Peter Venn (Großbritan-nien),
Marcel Hoppe (Lennestadt) und Harald Thönnes (Mülheim-Kärlich)
vorbeischob.
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